Der belgische Konzern Ardo zieht aus Österreich ab. 2027 wird im Werk Groß-Enzersdorf zum letzten Mal Gemüse schockgefrostet, 350 Betriebe liefern heuer die letzte Ernte. Das mehr als 60 Jahre alte Werk steht mitten im Wohngebiet und gilt wegen Ammoniak als Umweltrisiko.
Jetzt meldet sich der Eferdinger Gemüseverarbeiter Efko. Chef Thomas Krahofer erklärt: „Wir lassen die Bauern nicht im Stich.” Efko verarbeitet jährlich 90.000 Tonnen Gemüse von 135 Landwirten.
Das Eferdinger Unternehmen gehört zu 49 Prozent bäuerlichen Genossenschaften. Mehrheitlich steht es unter dem Dach der RLB Oberösterreich. 670 Mitarbeiter setzen an sechs Standorten knapp 200 Millionen Euro um. Bei Sauergemüse hat Efko im Einzelhandel mehr als 40 Prozent Marktanteil.
Teure Rettung
Gemeinsam mit Schneider’s Gemüseland und der Erzeugerorganisation ETG ist Efko bereit, eine neue Produktion aufzubauen. Sie kostet 50 bis 75 Millionen Euro und braucht allerdings mindestens eineinhalb Jahre Bauzeit.
Dafür fordert Krahofer einen Schulterschluss von Politik, Handel und Industrie: „Wir brauchen mehr als Lippenbekenntnisse.” Er kritisiert Eigenmarken ohne Herkunftsangabe und steigende Kosten.
Kurzum: Der Eferdinger Gemüseverarbeiter will mit Partnern eine neue Tiefkühlproduktion in Österreich aufbauen. Aber nicht um jeden Preis. Auch spricht sich Efko für einen Schulterschluss zwischen Politik, Handel und Industrie aus. Im Marchfeld indes fahren an die 500 Betriebe ihre letzte Ernte für Ardo ein.
Wifo-Agrarökonom Franz Sinabell sieht im Aus für das Tiefkühlgemüse ein Warnsignal an die Politik: „Hoffentlich wird es gehört.” Die Angst um die heimische Lebensmittelversorgung zeige, dass der Industriestandort an hohen Kosten scheitert. Jetzt spüren das auch die Bauern.
Das Werk in Groß-Enzersdorf mit Förderungen noch ein paar Jahre künstlich am Leben zu halten, bringt für ihn nichts: „Das löst die fundamentalen Probleme nicht.”
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