Wegen Fahrlässigkeit

Explosion in Pyro-Firma: Jetzt ermittelt Polizei

roßeinsatz bei  Astotec Pyrotechnic Solutions in Winzendorf.
© Thomas Lenger, MOnatsrevue
Das Ermittlungsverfahren richtet sich vorerst gegen unbekannte Täter. Ein Sachverständiger wurde bestellt, dieser soll die Ursache final klären. Mitarbeiter erheben teil schwer Vowürfe.
OE24 auf Google bevorzugen

NÖ. Nach der Explosion in einem Pyrotechnik-Unternehmen in Winzendorf-Muthmannsdorf (Bezirk Wiener Neustadt), in dem zum Beispiel Zündsysteme für Airbags und Gurtstraffer produziert werden, wird dem Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung nachgegangen. Ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täter läuft, bestätigt die  Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. Laut Polizei gilt eine chemische Reaktion in einem Abfallbehälter im Labor der Firma als Auslöser.

Rauchsäule in Winzendorf war kilometerweit zu sehen.
Rauchsäule in Winzendorf war kilometerweit zu sehen. © Bfkdo Wiener Neustadt

Welche Substanzen miteinander reagierten und wie es zur Explosion kommen konnte, ist demnach noch Gegenstand von Untersuchungen. Der Vorfall hatte sich bei der Firma Astotec Pyrotechnic Solutions ereignet. Zur Werkshalle ausgerückt waren Donnerstagmittag mehr als 100 Mitglieder von 13 Feuerwehren, 28 Fahrzeuge wurden aufgeboten. Relativ rasch wurden die Flammen im Innen- und Außenangriff unter Kontrolle gebracht. Ein 45-jähriger Mitarbeiter wurde schwer verletzt und per Notarzthubschrauber in das Wiener AKH geflogen. Der Mann "ist erfreulicherweise auf dem Weg der Besserung", heißt es vom betroffenen Unternehmen am Montag.

Aufgetaucht sind indes Vorwürfe von Mitarbeitern, die unter anderem einen früheren Vorfall im Werk der Astotec Pyrotechnic Solutions behandeln. Laut ORF NÖ passierte dieser Arbeitsunfall am 29. Juni. Bei der Mischung eines technischen Satzes dürfte es damals zu einer chemischen Reaktion gekommen sein. Die genaue Ursache sei noch nicht bekannt.

Kolportierte systemische Sicherheitsmängel wies indes Christopher Lill, Geschäftsführer von Astotec Pyrotechnic Solutions, auf APA-Anfrage zurück: "Wir stellen unter der konsequenten Einhaltung aller gesetzlichen und behördlichen Verpflichtungen sowie höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards sicherheitskritische Komponenten für die automobile Fahrzeugindustrie her, die weltweit zum Schutz von Menschenleben beitragen. Wir unterliegen aufgrund des Umgangs mit Gefahrenstoffen den strengsten gesetzlichen Sicherheitsauflagen", hieß es. Im Zusammenhang mit der Explosion vom vergangenen Donnerstag arbeite Astotec Pyrotechnic Solutions intensiv mit Behörden und Experten zusammen, "um so rasch wie möglich belastbare Aussagen tätigen zu können"

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden