Schock-Studie
Fast jeder 3. Kassenarzt hat Aufnahmestopp
Als Neupatient oder Neupatientin in Österreich einen Kassenarzt für sein Leiden zu finden, wird immer schwieriger. Was in der Bevölkerung längst Top-Thema ist, wird jetzt durch eine Studie bestätigt: Rund jeder Dritte hat in seiner Ordination Aufnahmestopp!
Zwei von drei Haut- Frauenärztinnen lehnen ab
Die Umfrage von krankenversichern.at unter 1.112 Kassenärzten in Österreich ergibt in fast allen Bereichen einen Engpass. Der Aufnahmestopp in heimischen Praxen ist keine Ausnahme mehr.
Am dramatischsten fällt der Befund in den vorsorgeintensiven Fachrichtungen aus:
- Dermatologie (65,9 %) und Gynäkologie (65,2 %): Hier nehmen rund zwei von drei Kassenpraxen keine neuen Patient:innen mehr auf .
- HNO (36,9 %), Psychiatrie (33,3 %) und Orthopädie (32,4 %): In diesem breiten Mittelfeld bleibt rund jede dritte Tür für Neupatient:innen verschlossen.
- Radiologie (14,9 %), Neurologie (23,9 %) sowie Pädiatrie und Pulmologie (je 25,3 %) sind am ehesten zugänglich – doch selbst hier hat jede vierte bis siebte Ordination einen Aufnahmestopp für Neue.
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Überlastung als Hauptursache
Die Studie beleuchtet auch die Hintergründe - und kommt zu dem Schluss: Es ist kein Unwille, der zum Aufnahmestopp führt, sondern schlichtweg Überlastung.
Zusammengefasst sind es drei Ursachen, die die Kassenärzte angeben:
Bewusste Begrenzung: Viele Ordinationen begrenzen ihre Patientenzahl bewusst, um die Behandlungsqualität zu sichern
Steigende Nachfrage: Eine alternde Gesellschaft bringt mehr und komplexere Behandlungsfälle, die in der Ordinationszeit kaum noch Platz finden.
Schrumpfendes Angebot: Teilweise unbesetzte Kassenstellen und der Wechsel vieler Ärzte in den Wahlarztbereich lassen immer weniger Kassenpraxen den wachsenden Andrang auffangen.
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