Salmonellen
Kärntner (63) isst Kebab und stirbt daran
Kärnten. Nachdem ein 63-jähriger Kärntner nach dem Verzehr eines Kebabs an einer Salmonellensepsis gestorben war, haben sich am Donnerstag die Betreiber eines Kebab-Lokals vor dem Landesgericht Klagenfurt verantworten müssen. Ihnen wird vorgeworfen, die Hygiene im Betrieb vernachlässigt zu haben. Die beiden bekannten sich nicht schuldig. Richter Gerhard Pöllinger-Sorre verurteilte die Frau zu sechs Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 720 Euro und den Mann zu acht Monaten bedingt und 960 Euro Geldstrafe. Dass Salmonellen über das Lokal weitergegeben wurden, sei "eindeutig nachgewiesen", so der Richter: "Die Beweiskette ist geschlossen." Er betonte aber auch die "besondere Sorglosigkeit", die erschwerend ins Gewicht gefallen sei - immerhin sei das betreffende Lokal bereits vier Mal behördlich geschlossen gewesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Auch interessant
Fahrlässige Tötung
Der Mann soll Ende Juni 2023 den Kebab gegessen haben und danach erkrankt sein. Den Betriebsführern, einem Ehepaar, wird die "Außerachtlassung der im Bereich der Gastronomie gebotenen Hygiene- und Lebensmittelzubereitungsvorschriften" vorgeworfen. Der Strafantrag lautet auf fahrlässige Tötung und auf das Vergehen der fahrlässigen Gemeingefährdung in Verbindung mit dem Vergehen nach dem Lebensmittel-, Sicherheits- und Verbrauchergesetz.
Wie Verteidiger Hans Gradischnig am Donnerstag ausführte, sei das Lokal im Bezirk Villach-Land am im Strafantrag angeführten Tag geschlossen gewesen - es dränge sich der Verdacht auf, dass das Opfer den Kebab bereits einen Tag zuvor gekauft, aber erst am betreffenden Tag gegessen habe. Sei der Kebab in der Zwischenzeit etwa bei Raumtemperatur gelagert worden, hätten sich die Salmonellen "explosionsartig" vermehren können. Außerdem sei der Mann nach den ersten Beschwerden nicht sofort zum Arzt gegangen, das sei ein "grob unvernünftiges Handeln" gewesen.
Salmonellenstamm auf Putztuch nachgewiesen
Die angeklagte Frau erklärte, am Tag vor dem angeblichen Schließtag sei wohl ein ganzer Kebab-Spieß verkauft worden. Auch sie selbst, ihr Ehemann und ihre Kinder hätten davon gegessen. Sie hätten keine Probleme gehabt, auch von anderen Gästen sei ihr nichts Derartiges bekannt.
Staatsanwalt Christian Pirker verwies auf ein Mikrofasertuch, das massiv mit demselben Salmonellenstamm kontaminiert war, der auch beim Verstorbenen festgestellt wurde. Dieses Tuch war bei einer Lebensmittelkontrolle mehrere Tage nach dem Todesfall gefunden worden. Damit, so der Vorwurf, seien die Salmonellen auf den Kebab gekommen - das Tuch sei "im Bereich des Kebab-Spießes" gefunden worden. Dem widersprach aber der angeklagte Lokalinhaber: Das Putztuch sei - anders als die Lebensmittelkontrolleurin ausgesagt hatte - "weit weg vom Fleisch" gelegen: "Ich weiß nicht, warum sie nicht die Wahrheit sagt." Die angeklagte Frau präzisierte, dass mit dem Tuch lediglich der Boden geputzt worden war.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden