Neuer Ansatz gefordert

Elektroauto muss neu erfunden werden

Bild: Magna
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Anerkannte Forscher kamen bei einer Veranstaltung in Wien zu dem Schluss, dass die Elektrifizierung von Benzin- und Dieselautos viel zu wenig sei. Das Elektroauto der Zukunft wird völlig neu konzipiert werden müssen.
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hängt von neuen Batterielösungen und der öffentlichen Hand ab, die Menschen stünden der neuen Technologie jedenfalls positiv gegenüber. Zu diesem Schluss kommen TU-Professor Wilfried Sihn, Motivforscherin Sophie Karmasin, Automobilexperte Albert Lidauer und Berater Klaus Schmid anlässlich einer Veranstaltung zum Thema Elektromobilität in Wien.


Megacity Vehicle


Um den enormen Einfluss der öffentlichen Hand zu untermalen, erwähnte TU-Professor Sihn die City-Maut in London oder die gezielte Förderung von Elektromobilen in vielen Regionen Chinas. An die Adresse der Wiener Politik richtete er aus: "Wenn Bürgermeister (Michael) Häupl morgen sagt, 'keine fossil betriebenen Fahrzeuge mehr innerhalb des Gürtels', würde sich eine Lösung finden".


Chance für kriselnde Marken

In der Entwicklung des Elektroautos werden die Karten "neu gemischt", so Sihn. Laut dem Automobilexperten Lidauer, der viele Jahre für General Motors (GM) und Ford tätig war, arbeiten daher vor allem krisengebeutelte Unternehmen wie GM und Mitsubishi für den Durchbruch des Elektroautos. Sie erhoffen sich die Marktführerschaft in diesem neuen Segment.

Auch Zulieferer wie Magna werden von den E-Autos profitieren. So wird das Unternehmen auch in Österreich reine Elektroautos bauen.





Rahmenbedingungen stimmen noch nicht
Eine Lanze für die Infrastruktur bricht Unternehmensberater Schmid. Für den Durchbruch seien nicht nur technologische Herausforderungen zu bewältigen, national müssen auch für Systemdesign und Rahmenbedingungen noch Hausaufgaben gemacht werden. "Die Rechtssicherheit in Sachen Betrieb ist unklar", so Schmid.


Ganz klar gehe die Tendenz aber zur Bereitstellung von Mobilität als Service. Schmid verweist hier auf erfolgreiche Car-Sharing Projekte in Ulm und Tokio. Der Mobilitätsanbieter der Zukunft muss nicht notwendigerweise ein Automobilkonzern sein. "Auch Kommunen, Energieunternehmen oder Telekommunikationsfirmen kommen dafür in Frage", so Schmid.


Große Pläne

Laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) gibt es derzeit in Österreich rund 3.230 reine Elektrofahrzeuge, davon sind 9 Prozent Elektroautos, 78 Prozent sind Elektromopeds bzw. Elektromotorräder. Das Umweltbundesamt rechnet mit einem Anstieg von Elektrofahrzeugen in Österreich auf rund 210.000 im Jahr 2020. Verkehrsministerin Doris Bures (S) sprach zuletzt von 135.000 Fahrzeugen bis 2020.

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