Kursgemetzel weltweit
Wiener Börse stürzt mehr als 6 Prozent ab
Die Wiener Börse hat am Donnerstag massiv verloren und ist auf ein neues 25-Monatstief gefallen. Der ATX büßte 121,69 Punkte oder 6,09 Prozent auf 1.877,20 Zähler ein und schloss damit erstmals seit April 2009 unter 1.900 Punkten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 96 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 1.973 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -3,32 Prozent, DAX/Frankfurt -4,96 Prozent, FTSE/London -4,64 Prozent und CAC-40/Paris -5,15 Prozent.
Die Kommentare der US-Notenbank Fed von Mittwochabend hatten neue Rezessionsängste ausgelöst und damit die Börsen weltweit auf eine rasante Talfahrt geschickt. Die Notenbanker hatten ihr neues Anleihenumschichtungsprogramm zur Konjunkturstützung mit deutlichen Abwärtsrisiken begründet und damit die Weltbörsen geschreckt.
Belastet wurde die Börsenstimmung zudem durch die jüngsten Ratingabstufungen für einige italienische und US-Banken. Die am Nachmittag gemeldeten US-Konjunkturdaten waren durchwachsen ausgefallen und konnten dem Abwärtstrend nichts entgegensetzen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren geringer als erwartet gefallen, die gemeldeten US-Frühindikatoren waren hingegen stärker als erwartet gestiegen.
Käufer gebe es praktisch keine mehr am Markt, lediglich bei wenigen Titeln sei vereinzelt Kaufinteresse zu registrieren, berichteten Aktienhändler in Wien. Aber auch Verkäufer seien nur mehr selten zu beobachten, sagte ein Händler: "Kundenseitig ist eigentlich gar niemand mehr unterwegs". Die Muster der Verkaufsorder lassen aber vermuten, dass Hedgefonds Short-Positionen aufbauen, vermutete der Händler.
Massiv unter die Räder kamen nach den Bank-Ratingabstufungen in Italien und den USA erneut europaweit die Bankwerte. In Wien rasselten Erste Group um 10,03 Prozent auf 17,50 Euro nach unten. Raiffeisen Bank International fielen um 8,37 Prozent auf 20,25 Euro. Beide Aktien fielen damit auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren.
Stark nach unten ging es auch mit vielen anderen ATX-Schwergewichten. OMV fielen um 8,27 Prozent auf 22,97 Euro. Telekom Austria verloren 5,57 Prozent auf 6,88 Euro. voestalpine büßten 5,00 Prozent auf 21,18 Euro ein und Andritz 4,19 Prozent auf 63,62 Euro. Alle Titel im prime market schlossen am Donnerstag mit Verlusten.
Solange die internationale Unsicherheit um Schuldenkrise, Konjunkturentwicklung, und Bankenabstufungen anhält, sei keine Besserung in Aussicht, erwartet ein Wiener Händler. Fundamentale Unternehmensdaten oder Bewertungsniveaus würden derzeit am Markt auch komplett ignoriert. Sollte es letztlich aber doch zu einem Stimmungswechsel kommen, könne es aber auch schnell wieder nach oben gehen, so der Händler.
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Der ATX fällt nach dem heutigen Tag auf 1.877,20 Punkte, das ist ein Minus von 6,09%.
17:22 Uhr: Der Euro hat am Donnerstag seine Talfahrt fortgesetzt und ist auf den tiefsten Stand seit acht Monaten gesunken. Im Tief kostete die Gemeinschaftswährung 1,3385 US-Dollar. Weniger hatte der Euro zuletzt Mitte Jänner gekostet.
16:43 Uhr: Auch der EuroStoxx 50 weitete am frühen Donnerstagnachmittag seine deutlichen Tagesverluste noch einmal aus und lag zuletzt mit 5,17 Prozent im Minus bei 1.989,92 Punkten.
16:12 Uhr: Die jüngsten Aussagen der US-Notenbank, die am Mittwoch ihre zusätzlichen Stützungsmaßnahmen vor allem mit "signifikanten Abwärtsrisiken" für die US-Wirtschaft begründete hatte, wirken negativ nach. Hinzu kamen Börsianern zufolge Befürchtungen um die Stabilität des internationalen Bankensystems.
15:51 Uhr: Die US-Börsen starten erneut mit massiven Verlusten - Dow Jones sackt um 3,1% ab.
15:45 Uhr: Mittlerweile steht der ATX schon bei einem von 5,34 Prozent.
15:21 Uhr: Käufer gebe es praktisch keine mehr am Markt, lediglich bei wenigen Titeln sei vereinzelt Kaufinteresse zu registrieren, sagte ein Aktienhändler in Wien. Aber auch Verkäufer seien nur mehr zu selten zu beobachten, berichteten Händler. Möglicherweise seien aber derzeit Hedgefonds mit dem Aufbau von Short-Positionen aktiv, hieß es am Markt.
15:01 Uhr: Keine Erholung an den Wiener Börsen. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 1.901,15 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 97,74 Punkten bzw. 4,89 Prozent.
14:50 Uhr: Auch der Ölpreis hat am frühen Donnerstagnachmittag tiefer gegenüber dem Vortag tendiert. Analysten zufolge litten die Ölpreise unter den Ankündigungen der US-Notenbank Fed vom Vortag.
- Der Nikkei-225 Index in Tokio verschlechterte sich um 180,90 Zähler oder 2,07 Prozent auf 8.560,26 Punkte.
- Der Hang Seng Index in Hongkong gab massiv um 912,22 Zähler (minus 4,85 Prozent) auf 17.911,95 Einheiten ab.
- Verluste hinnehmen mussten auch die Märkte in Singapur: Der FTSE Straits Times Index schloss bei 2.720,53 Zählern und einem Minus von 71,26 Punkten oder 2,55 Prozent.
- Der All Ordinaries Index in Sydney gab um 108,9 Zähler oder 2,62 Prozent auf 4.044,70 Einheiten nach.
- An der chinesischen Börse sank der Shanghai Composite um 2,78 Prozent auf 2.443,06 Punkte, nachdem dort schwache Konjunkturdaten veröffentlicht worden waren.
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