Irland will Bankenkrise "ein für alle Mal lösen"
Mit einer Reihe neuer Maßnahmen will die irische Regierung die Krise im schwer angeschlagenen Finanzsektor des Landes in den Griff bekommen. Finanzminister Brian Lenihan kündigte an, er wolle die Probleme "ein für alle Mal" lösen. Es wird erwartet, dass die Regierung von fünf ins Trudeln geratenen Geschäftsbanken faule Kredite im Wert von Zigmilliarden Euro übernehmen wird und sie in einer neuen "Bad Bank" - der National Asset Management Agency (NAMA) - parken wird.
Medienberichten zufolge plant die Regierung außerdem, die Mehrheit an der Allied Irish Bank (AIB) zu übernehmen und den Anteil an der Bank of Ireland (BoI) aufzustocken. Der irische Staat hält bereits jetzt einen Anteil von 16 % an der BoI und besitzt 25 % an der Allied Irish und 100 % an der Anglo Irish Bank.
Die Bankaktien waren am Montag dramatisch eingebrochen. AIB verloren fast 20 %, BoI über 10 %. Am Dienstag fielen AIB im Handelsverlauf um weitere 16 % und BoI um 1,2 %.
Die irische Finanzaufsicht verschärfte unterdessen die Eigenkapitalanforderungen an die Banken. Bis Ende des Jahres müssen die Finanzinstitute eine Kernkapitalquote von 8 % erreichen.
Irland ist von der Weltfinanzkrise besonders hart getroffen worden. Es gab bereits mehrere Rücktritte von Bankvorständen, der frühere AIB-Chef Sean FitzPatrick wurde vor kurzem vorübergehend festgenommen. Gegen ihn und seinen Finanzdirektor William McAteer laufen Ermittlungen.
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