AstraZeneca-Supergau

Halb Europa stoppt AstraZeneca-Impfung – wir machen weiter

Halb Europa stoppt AstraZeneca-Impfung – wir machen weiter
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Super-GAU für unseren Impfplan: In halb Europa wurde die AstraZeneca-Impfung gestoppt.
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Wien. Plötzlich ging es Schlag auf Schlag: Quasi im Stundentakt stoppten am Montagnachmittag die größten Länder innerhalb der EU die Impfung mit AstraZeneca: Deutschland, Italien, dann die Franzosen – halb Europa setzte inzwischen die Immunisierung mit der umstrittenen britischen Vakzine aus.

Nach Todesfällen und Komplikationen durch Thrombosen nach der Impfung mit dem Wirkstoff fordern Wissenschaftler und Gesundheitspolitiker weitere Untersuchungen.

Italien ließ 400.000 Impf-Dosen konfiszieren

In Deutschland meldete das Paul-Ehrlich-Institut Bedenken gegen die weitere Verabreichung von AstraZeneca an. Wenig später verkündeten Frankreich und Italien, ebenfalls mit der AstraZeneca-Impfung auszusetzen.

Frankreich wolle bis zur Einschätzung der europäischen Arzneimittelbehörde den Impfstoff nicht mehr einsetzen, sagte Präsident Macron beim französisch-spanischen Gipfel. Es handle sich um eine „Vorsichtsmaßnahme“.

Auch Italien sprach von „einer Vorsichtsmaßnahme, die gelten soll, bis sich die EMA über die Sicherheit des Impfstoffes aussprechen wird“. Gleichzeitig wurde die Konfiszierung der Charge ABV5811 beschlossen. Davon seien italienweit 393.600 Dosen betroffen. Der Beschluss wurde von der italienischen Arzneibehörde gefasst.

Mehrere EU-Länder ziehen die Bremse

Nach Berichten über Komplikationen durch Blutgerinnsel nach der Impfung hatten zuvor die Niederlande, Irland, Dänemark, Norwegen und Island den Einsatz ausgesetzt. Auch Portugal ließ Montagabend verkünden, den AstraZeneca-Impfstoff vorerst nicht weiter verimpfen zu wollen.

Österreich impft weiter – vorerst

Österreich berief darauf am Montagabend das Nationale Impfgremium in einer "Eilt-Sitzung" zusammen. Mehr als zwei Stunden dauerte die Sitzung, dann jedoch verkündete das Gremium ein erstes Ergebnis: Das Impfgremium empfiehlt die Fortsetzung der AstraZeneca-Impfung.

Allerdings wird auch klar gestellt, dass noch Daten fehlten. Daher könne man keine "abschließende Empfehlung" abgeben, heißt es in einer Aussendung des Gremiums. Die bis jetzt eingelangten Meldungen vermuteter Nebenwirkungen diverser europäischer Länder seien derzeit noch inkomplett und schwer vergleichbar, sodass sich keine zusammenfassende Aussage oder eindeutigen Schlüsse tätigen ließen, schreibt das Gremium.

Auch Tschechien und Polen impfen weiter

Tschechien und Polen setzen die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca vorerst nicht aus. "Der positive Nutzen des Impfstoffs ist unleugbar - und es gibt keinen Grund für Befürchtungen", sagte Gesundheitsminister Jan Blatny nach einer Kabinettssitzung am Montag in Prag. Zugleich versicherte er, dass man die jüngsten Vorfälle in anderen Ländern und ihre Untersuchung sehr sorgfältig verfolge.

Stellungnahme von AstraZeneca

Das Pharmaunternehmen AstraZeneca wollte in einer Aussendung am Nachmittag vor dem Hintergrund der jüngsten Berichte im Zusammenhang mit thrombotischen Ereignissen deutlich machen, "dass der Covid-19-Impfstoff gemäß eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen sicher ist". "Die Sicherheit ist von höchster Bedeutung und das Unternehmen überwacht kontinuierlich die Sicherheit seines Impfstoffes", hieß es.

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