Empörung über Corona-Impfung von

Mörder früher geimpft als Justizwache

Mörder früher geimpft als Justizwache
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Österreichs 3.200 Justizwachebeamte werden später geimpft als die Straftäter.
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Wien. Verkehrte Welt hinter Gittern: Dort werden demnächst 1.100 Schwerstverbrecher aus Maßnahmen- und Strafvollzug gegen das Corona-Virus geimpft, während ihre Bewacher weiter unter höchster Ansteckungsgefahr warten müssen. Erst nachdem die Insassen an der Reihe waren, sollen die ersten 300 Justizwachebeamten (von 3.200) gegen Covid 19 immunisiert werden.

Kritik an Anschober

„Die Ankündigung, dass Insassen bei der Schutzimpfung vor den Justizwachebediensteten gereiht werden, ist untragbar“, sagte der Vorsitzende der Justizwachegewerkschaft (GÖD), Albin Simma, zu ÖSTERREICH. Die Kritik des Funktionärs geht direkt an Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Der Frust der Wachbeamten ist nachvollziehbar.

Seit Beginn der Pandemie hat die zuständige Generaldirektion alles unternommen, um ihre Beamten zu schützen. Sie werden regelmäßig getestet, halten alle Schutzmaßnahmen ein. „Unter schwierigsten Bedingungen wird dafür gesorgt, eine Ansteckung unter den Gefangenen zu vermeiden.“ Es wäre nun ein Zeichen der Wertschätzung, auch „die Beamten selbst durch eine Impfung vor Corona zu schützen“, sagt Simma.

Betagte Gefangene wie Fritzl noch früher dran

Doch bislang wurde lediglich medizinisches Personal in den 28 Justizanstalten des Landes geimpft. 322 Dosen wurden verabreicht, wie das Justizministerium auf ÖSTERREICH-Anfrage bestätigte. Nach dem Impfplan der Regierung sind Gefängnisinsassen in der Impfphase 3 als Bewohner in engen/prekären Wohnverhältnissen priorisiert.

Betagte und kranke Gefangene wie der Amstettener Josef Fritzl, der in wenigen Tagen 86 wird, sind noch früher dran.
Gewerkschaftschef Simma: „Ich fordere den Gesundheitsminister auf, den Bediensteten noch vor den Insassen ein Impfangebot zu unterbreiten. Auch die Justizwachebeamten müssen vor Covid 19 geschützt werden.“

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