Krisen-Gipfel mit AstraZeneca

Streit eskaliert: Jetzt EU-Krieg um Impfstoff

Impfstoff mit EU-Flagge
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AstraZeneca wirft der EU vor, zu spät eingekauft zu haben, die EU besteht auf Vertragseinhaltung.
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Brüssel. Der Konflikt zwischen der EU und dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca wird immer unerbittlicher: Wie berichtet, will AstraZeneca der EU die Lieferungen im ersten Quartal um 60 Prozent kürzen. Die EU-Kommission beharrt auf die Einhaltung der Verträge und rief AstraZeneca gestern zu einer Krisensitzung in Brüssel.

Keine vertragliche Verpflichtung

Deren Boss, Pascal Soriot, ließ vorab in Interviews ausrichten, dass die EU-Kommission schlicht erst nach Großbritannien Verträge mit seinem Betrieb abgeschlossen habe. Und, so Soriot weiter: Es seien auch keine festen Liefermengen vereinbart worden. „Wir haben unseren best effort zugesagt, uns nicht vertraglich verpflichtet.“

Engpass

Streit eskaliert: Jetzt EU-Krieg um Impfstoff
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Dem widerspricht nun die EU. Das Gezerre um diesen Vektorimpfstoff bringt den EU-Impfplan jedenfalls in Bedrängnis. Da alleine Österreich im ersten Quartal bis zu zwei Millionen Dosen davon hätte erhalten sollen und jetzt nur rund 500.000 davon kriegen soll.

Austro-Connection

Einer, der an den chaotischen Verhandlungen mit AstraZeneca maßgeblich beteiligt war, war der Impfkoordinator des Gesundheitsministeriums Clemens Martin Auer, der auch Vizechef der EU-Impfkommissionsbeschaffer war.

Am Freitag soll über die Zulassung in Brüssel entschieden werden. Da könnte die nächste Hiobsbotschaft kommen und der Impfstoff nur für unter 65-Jährige oder gar nur unter 55-Jährige zugelassen werden. Seine Wirksamkeit wird mit 62 Prozent eingeschätzt.

Impf-Chaos: Nicht genügend Impfstoff für Bestellte

50 Wiener – darunter über 90-Jährige und Risikopatienten – wurden gestern ab 8 Uhr Früh in die Wiener Messehalle bestellt. Ihnen wurde ein Impftermin zugesichert. Vor Ort wurde ihnen dann erklärt, dass es nicht ­genügend Impfstoff geben würde.

Die Impfhotline hatte versehentlich zu viele Menschen in die Messehalle bestellt. Das Büro des Gesundheitsstadtrates „entschuldigte“ sich. Alle würden aber nachträglich – teils noch gestern – nun mit zusätzlich doch gelieferten Dosen eine Impfung erhalten.

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