Dreiste Kopien
Asus & Co. klonen das iPhone X
In manchen Tech-Blogs wurde die Aussparung für Sensoren am oberen Bildschirmende des iPhone X (links im Bild) belächelt. Auch wir haben sie in unserem Test beim Betrachten von Videos zunächst als etwas störend empfunden - aber asiatische Hersteller kopieren die umstrittene Design-Entscheidung mit Begeisterung. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona wurden gleich mehrere Android-Smartphones mit fast rahmenlosem Bildschirmen, aber auch den markanten "Display-Ohren" präsentiert. Statt der diversen Sensoren zur aufwendigen 3D-Gesichtserkennung wie bei Apple sind in der schwarzen Aussparung bei ihnen allerdings wie gewohnt "nur" Lautsprecher und Frontkamera untergebracht.
ZenFone 5 als prominentester Klon
Als namhaftester Hersteller griff Asus die Form bei seinem neuen ZenFone 5 und Zenfone 5Z (rechts im Bild) auf. Die Lücke sei um 26 Prozent kleiner als beim iPhone X, hob das Unternehmen aus Taiwan hervor. Die beiden Smartphones setzen wie das Samsung Galaxy S9+ auf ein 6,2 Zoll großes Display (iPhone X: 5,8 Zoll) und orientieren sich auch ansonsten stark am Design des aktuellen Apple-Flaggschiffs. Der IPS-LCD-Touchscreen bietet eine vergleichsweise geringe Auflösung von 2.246 x 1.080 Pixel.
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Die Unterschiede zwischen ZenFone 5 und Zenfone 5Z liegen vor allem beim (Qualcomm-)Prozessor und beim Speicher. Die günstige Version setzt auf den Snapdragon 636, auf 4 oder 6 GB RAM und auf 64 GB Flash-Speicher. Die Z-Variante verfügt hingegen über den brandneuen Snapdragon 845 und bietet 6 oder 8 GB RAM sowie 256 GB Flash-Speicher. Zur weiteren Ausstattung beider Modelle zählen ein USB-C-Anschluss, ein 3.300 mAh Akku und ein Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Wie beim iPhone X gibt es auf der Rückseite eine vertikal angeordnete Doppel-Kamera (2 x 12 MP). Vorne verbaut Asus jeweils eine 8 MP Kamera. Als Betriebssystem kommt Android 8 "Oreo" zum Einsatz, darüber liegt die Asus-Oberfläche „ZenUI 5.0“. Preislich sind das Zenfone 5 mit 400 Euro und das Zenfone 5Z mit 600 Euro deutlich günstiger als ihr amerikanisches Designvorbild.
Weitere iPhone X Klone
In Barcelona zeigte aber auch mindestens ein halbes Dutzend im Westen unbekannter Marken mit Namen wie Leagoo, Oukitel oder Ulefone Modelle im Design des iPhone X. Dabei wird nicht nur Apple kopiert: Das Leagoo S9 lieh sich das Aussehen vom iPhone und den Namen vom aktuellen Top-Modell des Smartphone-Marktführers Samsung.
Die Preise gehen weit auseinander: Das Ulefone X soll 160 Dollar (130 Euro) kosten, das Symbol X von Hotwav nur 85 Dollar. Dieser Preis könnte noch vom Blackview A30 unterschritten werden, das besonders billig und plastikhaft wirkt - aber dafür selbst die Benutzeroberfläche des iOS-Systems von Apple nachahmt. Nach Auskunft von Blackview-Mitarbeitern steht ein Preis aber noch nicht fest. Zum Vergleich: Das technisch hochgerüstete iPhone X kostet in den USA ab 999 Dollar vor Steuern und in Europa ab 1.149 Euro.
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