Skandal-Film "Liberace"
Michael Douglas liebt Matt Damon im Kino
Es glitzert überall in Steven Soderberghs vorerst letztem Geniestreich, dem Musikerporträt "Liberace", das im Wesentlichen das Liebesdrama des schillernden Showmans und des ebenso attraktiven wie naiven Waisenjungen Scott Thorson verhandelt. Der Fernsehfilm, finanziert von HBO, basiert auf den Erinnerungen von Thorson, der ab Ende der 1970er Jahre mehr als fünf Jahre lang an der Seite des 35 Jahre älteren Paradiesvogels verbrachte, und kommt in Österreich am 18. Oktober ins Kino.
Hier der Trailer zum Film
Douglas glänzt als Entertainer
Wie Michael Douglas den glamourösen und dekadenten Pianisten und Entertainer Walter Liberace (1919-1987), meist Lee genannt, mimt, das beweist große Klasse und brachte ihm bei der Emmy-Verleihung völlig verdient die Auszeichnung für den besten Schauspieler ein. In ausschweifenden Pelzmänteln sowie mit Ringen und österreichischen Kristallen geschmückt, wie er gern betont, gibt er Liberace als herrischen Schmeichler und edlen Koketteur, als eitlen Pfau und begnadeten Charmeur. Von sich selbst maßlos überzeugt ("Mein Talent kommt von Gott") und gleichzeitig sicher abgeschottet von der Umwelt, gibt er seinem früheren Bewunderer und Lebensgefährten rasch den Laufpass, als er Scott für sich entdeckt und in seinen pompösen Palast einführt. Es dauert nicht lang, ist Scott nicht nur Liberaces Chauffeur, sondern auch dessen Liebhaber. "Ich möchte alles für dich sein", flüstert er dem jungen Beau zu, "ich will dir Vater, Bruder, Liebhaber und bester Freund sein."
Matt Damon überzeugt als Toyboy
Auch Matt Damon spielt Scott umwerfend und macht im Film mehrere Verwandlungen durch. Nach der ersten Verliebtheit sitzt er bald, wie das in einer Ehe vorkommt, mit Übergewicht in Jogginghosen vor dem Fernseher, nimmt wieder ab, lässt sich auf Tabletten sowie Schönheits-OPs ein, schlittert in Eifersucht und Drogensucht, bis er schließlich wie sein Vorgänger von einem jüngeren Lover abgelöst wird. Der Streit ums Geld beginnt, die Versöhnung folgt schließlich erst am Sterbebett. Liberace hat seine Homosexualität stets geheim gehalten und seine Gespielen geschickt verführt, manipuliert und für seine Zwecke missbraucht. Dieser Missbrauch schwingt im Hintergrund von Soderberghs überdrehtem, aber nie als Farce angelegtem Biopic immer mit. Der Regisseur ("Traffic", "Magic Mike") blickt aber dennoch mit viel Sympathie auf seine beiden tragisch-faszinierenden Protagonisten, die sich die meiste Zeit über zu zweit im Palast aufhalten.
" Behind the Candelabra": Douglas als schwuler Liebhaber
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Die Kino-Highlights des Jahres 2013
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