Filme 2011
Sequels: Hollywood im Fortsetzungswahn
Es ist blau, dreidimensional und spricht: Der Kassenhit des vergangenen Kinojahres hat Schule gemacht. Auf "Avatar" folgen im Sommer 2011 "Die Schlümpfe 3D". Wie 2010 ist auch das Filmangebot des neuen Kinojahres von Aufgewärmtem und Altbewährtem bestimmt. Jenseits der oftmals dreidimensionalen Fortsetzungswut aber lassen sich etliche 2D-Leckerbissen entdecken. So beginnt die Saison überaus verheißungsvoll mit einem sicheren Oscar-Anwärter, dem schauerromantischen Ballettdrama "Black Swan".
Fleißige Mimen
Daniel Craig, der 2012 als James Bond weitermachen darf, bekommt 2011 die Fleißplakette. Neben "Tim und Struppi" wird er am Jahresende im ersten der "Millennium"-Krimis zu sehen sein; außerdem tritt er mit Harrison Ford in der Western-Sci-Fi-Kreuzung "Cowboys und Aliens" auf. Fleißig war auch Natalie Portman, die neben "Black Swan" in der Abenteuerkomödie "Your Highness" und in "Thor" als Amazone auftreten wird. Abschied nehmen heißt es von Keira Knightley, die in "Fluch der Karibik 4" von Penelope Cruz ersetzt wird. Auf dem Programm stehen außerdem alte Schätzchen wie "Gullivers Reisen" mit Jack Black, selbstverständlich in 3D.
Waltz in Musketier-Verfilmung
Auch deutsche Arthouse-Regisseure bedienen sich inzwischen der dreidimensionalen Technik; mit "Pina" erweist Wim Wenders der Tanzlegende Pina Bausch eine 3D-Hommage. Deutsch-französische Produzenten wagen sich außerdem an "Die drei Musketiere" in 3D und mit Christoph Waltz, Milla Jovovich und Orlando Bloom verfilmt. Auch sonst setzten deutsche Produzenten auf Bewährtes; Til Schweiger etwa tritt in "Männerherzen 2", "Keinohrhasen 3" und "Kokowääh" auf. Und der renommierte Dokumentarfilmer Andres Veiel ("Black Box BRD") beugt sich in seinem Spielfilmdebüt "Wer, wenn nicht wir" erneut über die RAF-Generation.
Waltz-Boom
Während zahlreiche Schauspieler darauf hoffen, bei der Verlesung der Oscarnominierungen Ende Jänner ihren Namen zu hören, hat Christoph Waltz den goldenen Academy Award seit vergangenem Jahr bereits in der Tasche - und erlebt seit der Auszeichnung einen wahren Karriere-Boom. In "Green Hornet" (Start: 14.1.) mimt er den von Selbstzweifeln geplagten Bösewicht Chudnofsky, in "Die drei Musketiere" (Start: 1.9.) den Kardinal Richelieu und in "Water for Elephants" (Start: 15.4.) den eifersüchtigen Zirkusdirektor an der Seite von "Twilight"-Mädchenschwarm Robert Pattinson und Oscarpreisträgerin Reese Witherspoon. Neben Kate Winslet wird er außerdem in Roman Polanskis Verfilmung von "Der Gott des Gemetzels" zu sehen sein.
Heimische Produktionen
In Österreich verspricht das Filmjahr 2011 vielseitig zu werden. Ulrich Seidls ursprünglich für 2010 geplanter Film "Im Keller" steht ebenso an wie Erwin Wagenhofers erster Spielfilm "Black Brown White", Karl Markovics' Regiedebüt "Atmen" und Wolfgang Murnbergers Produktion "Mein bester Feind". Marie Kreutzer stellt bei der Berlinale ihr Geschwisterdrama "Die Vaterlosen" vor, ehe der Streifen hierzulande zu sehen ist. Zudem starten neue Filme von Nikolaus Geyrhalter, Michael Glawogger, Anja Salomonowitz und dem Regie-Duo Tizza Covi und Rainer Frimmel. Deren eigenwillig-schönes Werk "La Pivellina" ist der heimische Oscar-Kandidat für den Besten Fremdsprachigen Film und wurde von der "Los Angeles Times" unter den 20 vielversprechenden "Front Runners" für eine Nominierung genannt.
Natalie Portman in 'Black Swan'
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