Wiener Festwochen
Der Theater-Aufreger: Genets "Die Neger"
Am Dienstagabend hatte bei den Wiener Festwochen Jean Genets Klassiker des absurden Theaters, Die Neger, Premiere. Im Vorfeld hatte die Produktion für Anklage und Verteidigung gesorgt. Die einen empfanden den Titel (Die Neger) und die Tatsache, dass weiße Schauspieler sich schwarze Masken aufsetzen, als „rassistisch“ und forderten Änderungen. Die anderen – darunter Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek – bestanden auf der Unantastbarkeit der Freiheit der Kunst. Die Neger, 1959 uraufgeführt, ist eine Groteske gegen jegliche Form der Ausgrenzung – Genet war selbst schwul und Kleinkrimineller – und ist ein Stück Weltliteratur.
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