10.000 Fans beim Tourfinale von Andreas Gabalier und gleich 11.000 bei Rock-Durchstarter Yungblud. Doch Simply Red übertraf diese Woche in der Stadthalle alles. 11.500 Fans feierten am Mittwoch die „40 Year Anniversary Show“ von Chart-Gigant Mick Hucknall, der dabei , gut aufgeheizt von Lokalmatador Julian le Play, gleich zum Start sein rot-weiß-rotes Herz öffnete. „Ich liebe diese Stadt. Wien gehört zu meinen absoluten Lieblingsorten und das nicht nur weil meine Frau hier geboren ist.“ Das ging beim Publikum wie Öl runter, das zweistündige Hitfeuerwerk ja sowieso.
Vom Opener „Sad Old Red“, einem Auszug des 1985er Debüts „Picture Book“ bei dem er seinen Mi(e)tmusikern viel Spielraum für Improvisationen ließ, bis zu den von gediegener Videoshow begleiteten Zugaben „Something Got Me Started“ und „Holding Back The Years” hatte Hucknall für die Geburtstagsshow gleich 20 Kuschelrock-Hits auf die Setlist gesetzt. Auch seine stimmungsvollen Interpretationen von Barry White („It’s Only Love“) oder Albert Hammond („The Air That i Breathe“). Alle Mitsing-Hymnen wie „Money's Too Tight (To Mention)“, „A New Flame“, „If You Don't Know Me by Now“, „Stars“ oder „Fairground“ ja sowieso.
Ein wurlitzerartiges Greatest-Hits-Programm, das dem euphorisierten Wiener Publikum die letzen Reserven entlockte. Und die großen Emotionen. Selten wurde in der Stadthalle so viel mitgesungen und so viel gekuschelt.
Spannend: bei gediegenem Big-Band-Sound und opulenter Licht-Show wurde auf die Songs des letzten, 2023 veröffentlichten Albums „Time“ bei der Werkschau in Wien jedochgänzlich verzichtet. Vielleicht auch weil es damit in den Charts ja nur zu Platz 7 reichte.
Thomas Zeidler-Künz
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