Neue Details
Doppel-Femizid: Linz-Schütze schoss mindestens fünfmal
Die Staatsanwaltschaft Linz hat die Ermittlungen nach dem Dreifach-Drama in Linz-Urfahr übernommen. Die angeordnete Obduktion ergab, dass auf die 61-jährige Tochter aus unmittelbarer Nähe zwei Schüsse abgegeben wurden. Die 89-jährige Ehefrau wurde von mindestens zwei Schüssen getroffen. Danach setzte der 88-Jährige mit einem Schuss seinem Leben ein Ende.
Abschiedsbrief teilweise ausgewertet
Der am Tatort gefundene Abschiedsbrief wurde inzwischen teilweise ausgewertet. Laut Staatsanwaltschaft dürfte dem mutmaßlichen Täter die neue Lebenssituation seiner in Deutschland lebenden Tochter missfallen haben. Der Mann habe offenbar befürchtet, dass die bereits an die Tochter überschriebene Eigentumswohnung in Linz nach dem Tod der Eltern verkauft werden könnte. Aus Sicht der Ermittler könnte diese Angst ein Motiv für die Tat gewesen sein.
Familie war zuvor gemeinsam essen
Besonders erschütternd: Täter und Opfer waren vor der Bluttat noch gemeinsam essen. Laut Ermittlungen saßen die drei zuvor in einem Gasthaus in Linz-Urfahr. Zeugen zufolge soll es im Lokal keinen hörbaren Streit gegeben haben. Erst nach dem Verlassen des Wirtshauses eskalierte die Situation. Der 88-Jährige hatte die Waffe laut Polizei illegal bei sich getragen und soll mindestens fünf Schüsse abgegeben haben.
Grüne fordern strengeren Gewaltschutz
Nach der Tat meldeten sich die Grünen mit scharfer Kritik zu Wort. „In weniger als zwei Wochen wurden in Österreich drei Frauen erschossen. Das zeigt einmal mehr, wie tödlich Schusswaffen im privaten Umfeld sind“, sagte Frauensprecherin Meri Disoski. Sie kritisierte außerdem, dass Schusswaffengewalt im Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen bisher keine Rolle spiele.
„Wer Frauen wirksam vor Gewalt schützen will, darf die gefährliche Rolle von Schusswaffen nicht ausblenden. Schusswaffen haben in privaten Händen nichts zu suchen.“
(S E R V I C E - Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u. a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217; Polizei-Notruf: 133 sowie in Oberösterreich beim Autonomen Frauenzentrum - Frauennotruf OÖ unter 0732/602200)
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden