Nach Prügelei

Er konnte zwei Jahre nur blinzeln

blinzeln
© TZ Österreich Niesner

Ein Abend in der Disco riss den heute 24-jährigen Manfred Steiner jäh aus seinem Leben. Lange Zeit konnte er nur blinzeln. Mit ÖSTERREICH sprach er zum ersten Mal.

OE24 auf Google bevorzugen

Während Techno-Beats aus den Boxen dröhnten, donnerten Faustschläge und Tritte auf Kopf und Körper des damals 22-jährigen Manfred Steiner ein. Mit jedem Beat kam er dem Tod ein bisschen näher. Kurz bevor er aus dem Leben treten sollte, hörte die Folter auf. Und Manfred verbrachte die vergangenen zwei Jahre auf der Schwelle zwischen Leben und Tod; nicht da und nicht dort.

Zu viert schlugen und traten sie auf Manfreds Kopf ein
Am 3. November 2007 wurde der freiwillige Feuerwehrmann Manfred Steiner vor einer Disco in Hainburg (NÖ) von vier Burschen zwischen 16 und 19 Jahren so schlimm zusammengeschlagen, dass er nach Tagen im Koma mit einem „inkompletten locked in Syndrom“ aufwachte. Er konnte nur noch blinzeln. Die Schäden an seinem Gehirn waren gewaltig, die Prognosen für den Eishockey-Fan schlecht. Dass er jemals wieder sprechen oder sich bewegen würde, konnte sich keiner vorstellen.

Die Versicherung zahlt keine weitere Rehabilitation mehr
Doch nach zahlreichen Rehabilitationen kann er sich jetzt für das ÖSTERREICH-Interview sogar selbst rasieren. Immer an seiner Seite: Mutter Maria Domitzi. Sie hat ihren Job aufgegeben und pflegt ihren Sohn 24 Stunden am Tag. Auch sie ist glücklich über die Fortschritte, die ihr seit der Prügel-Attacke schwer behinderter Bub macht.

Doch mit diesem Rückschlag hätte sie nicht gerechnet. Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) will keine weiteren Rehab-Aufenthalte genehmigen. „Aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen wurde festgestellt, dass das Ihrem Antrag zugrunde liegende Krankheitsbild durch ein Heilverfahren nicht anhaltend gebessert werden kann“, heißt es da lapidar.

„Was soll Manfred jetzt machen“, fragt Domitzi, „aufs Sterben warten?“ Aber das hat der ehrgeizige junge Mann so schnell nicht vor. Er hat nur noch seine Mutter – der Vater hat die Familie im Vorjahr verlassen. Au ch die Freunde von früher sind – bis auf eine Ausnahme – nicht mehr da.

Doch für Manfred ist das kein Grund aufzugeben.

Manfred Steiner spricht über sein hartes neues Leben

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden