Verdächtiger spricht

Hipp-Erpresser (39): "Ich war das nicht"

Hipp-Erpresser (39): "Ich war das nicht"
© APA/ Privat
Der Tatverdächtige, der nach zwei Wochen intensiver Ermittlungen festgenommen wurde, will nichts mit den schweren Vorwürfen zu tun haben.
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Bgld., Sbg. Am Samstagvormittag klickten bei Tomas S. (39) an seinem Wohnort in Salzburg die Handschellen. Der gebürtige Slowake wird verdächtigt, mindestens fünf Hipp-Gläser mit Gift versehen zu haben. Zwei Millionen Euro soll der 39-Jährige, für den die Unschuldsvermutung gilt, von dem Babybrei-Hersteller via Mail in einem Erpresser-Schreiben gefordert haben (oe24 berichtete laufend). Besonders brisant: Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen ehemaligen Hipp-Mitarbeiter in der Niederlassung Gmunden. Ein Rachefeldzug des ehemaligen Mitarbeiters?

Die rechtliche Vertretung von Tomas S. hat der renommierte Strafverteidiger Manfred Arbacher-Stöger übernommen. Der Tatverdächtige soll bereits über die Vorwürfe gesprochen haben. Er selbst will nichts mit der Sache zu tun haben. "Das ist alles nicht wahr. Ich weise alle Vorwürfe zurück", so seine Aussage. "Ich war das nicht!".

Manfred Arbacher-Stöger
Anwalt Manfred Arbacher-Stöger © Harald Dostal

"Es bricht mir das Herz"

Ihm breche das Herz, weil er selbst dreifacher Vater sei. "Ich kann mir nicht vorstellen, was in einem Menschen, der so was tut, vorgeht." Dass S. sechs Jahre bei Hipp gearbeitet hat, bestätigt er selbst. Er habe aber die Firma "in beidseitigem Einverständnis" verlassen. Viel soll ihm die Arbeit dort laut seinen Angaben aber nicht bedeutet haben. "An diesem Job hing nicht mein Herzblut."

Finanziell soll es dem 39-Jährigen, der am Wolfgangsee in einer Wohnung lebt, nicht schlecht gehen. Allerdings soll der dreifache Vater, der privat sportlich als sehr engagiert gilt und Jugendliche trainiert, gerade eine Scheidung durchlebt haben. Zu seinen drei Kindern (zwei Mädchen und einen Buben) hat er jedenfalls einen guten Kontakt, auf Facebook hat er zuletzt viele Fotos mit den Kids, mit denen er im Februar in Rom und über Ostern in Athen war, gepostet. Sein Social-Media-Wahlspruch: "Alles, was der Geist sich vorstellen und glauben kann, kann er erreichen."

Anwalt Arbacher-Stöger erklärte weiters, dass sein Mandant, der sich aktuell in der Justizanstalt Eisenstadt befindet, "mit der gesamten Sache nicht irgendwie geartet etwas zu tun" habe. Dieser vertraue nun darauf, dass "ordentlich ermittelt wird und dann klar ist, dass er nicht der gesuchte, mutmaßliche Täter ist". Arbacher-Stöger zeigte sich skeptisch dazu, dass die von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt beantragte U-Haft verhängt wird. "Ich bin davon überzeugt, dass er damit nichts zu tun hat. Das gibt der Akt auch nicht her. Es ist vielleicht eine überschießende Maßnahme gewesen, ihn gleich festzunehmen."

Gutachten über Toxizität noch ausständig

Das Ergebnis des Gutachtens über die Toxizität der Rattengift-Menge, die im sichergestellten Hipp-Glas gefunden wurde, ist indes noch offen. Es enthielt 15 Mikrogramm des Giftes. Hiervon hängt auch ab, was dem Mann schließlich vorgeworfen wird. Bis jetzt wurde gegen ihn wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt. Laut Staatsanwaltschaft Eisenstadt wird auch eine Ausweitung der Vorwürfe um versuchte schwere Nötigung erwägt. Ein zweites Glas, das in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft und ebenfalls mit Rattengift manipuliert worden sein soll, ist bisher nicht aufgetaucht.

In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden im April insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. Die deutschen Behörden ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers. Der Rückruf der Hipp-Produkte bei Spar war in der Nacht auf 18. April öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" 190 Gramm gegeben. Vorsorglich nahmen auch andere Supermärkte das Produkt aus dem Verkauf.

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