Promi-Verteidiger Rast übernimmt Rechte
Schultest für Bub im Freien wird Fall fürs Gericht
Steiermark. Wohl keine andere Geschichte hat vergangene Woche überregional für vergleichbare Aufregung gesorgt wie die Posse um Schüler Jason aus Voitsberg. Wie berichtet, schrieb der neunjährige Bub einen Test im Sachunterricht bei minus ein Grad Außentemperatur im Freien, weil seine ärztliche Maskenbefreiung von der Schule nicht anerkannt wurde und er deshalb nicht ins Klassenzimmer durfte. Neueste Entwicklung: Das Bündnis Kinderschutz Österreich hat den Fall übernommen, der Wiener Strafverteidiger Niki Rast wird Jasons Rechte vertreten: „Ich werde strafrechtlich gegen die Direktorin vorgehen. Es liegt eine Verletzung der Aufsichtspflicht vor“, sagte der Anwalt zu ÖSTERREICH.
Während auch Jasons Vater der Schule Vorwürfe macht, die zuständige Bildungsdirektion jedoch kein Fehlverhalten erkannte, plusterte die FPÖ den Vorgang zu einem Skandal auf. Die Kinderanwaltschaft sprach von einer „Instrumentalisierung“ des Buben.
Umstritten: Wer hatte Idee von Test im Freien?
Jason scheint zwischen die Fronten von Gegnern und den Befürwortern der Corona-Maßnahmen gekommen zu sein. Fakt ist: Die Eltern selbst wollten, dass ihr Kind den Test am ersten Tag nach den Ferien schreibt. Jason habe sich darauf intensiv vorbereitet, sollte schon anderntags die Schule wechseln.
Auf Facebook wurde daraus die Verpflichtung des Kindes zum Leistungsnachweis. Das Foto von Jason – aufgenommen von der Mutter – rauschte durch den Blätterwald.
Eine Teilnahme des Buben am Test im Klassenzimmer mit Mund-Nasen-Schutz lehnten die Eltern ab. Schließlich sei ihr Sohn vom Tragen einer Maske befreit. An der Richtigkeit der Befreiung hegte die Schule jedoch Zweifel. Der ausstellende Arzt gilt als Impfskeptiker.
Wer dann den Vorschlag machte, dass der Bub die Arbeit im Freien ablegen könne, ist umstritten. Laut Bildungsdirektion kam die Idee vom Vater. Laut Markus Fischer sei die Schule auf den Einfall gekommen. In jedem Fall nannte die Bildungsdirektion die Vorgangsweise als „sehr unglücklich gewählt“.
Laut FPÖ-Bundesrat Markus Leinfellner sei Jason wie ein Aussätziger behandelt worden. Er forderte Konsequenzen für die Schulleitung. Doch die dürfte es laut Vorgesetzten nicht geben. Jason wird auch in seiner neuen Schule eine Maske tragen müssen. Sein Befreiungsattest wurde überprüft. Es wurde wegen erheblicher Zweifel nicht anerkannt.
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