Rekord-Achterbahn
Mitten in der Wüste: Mega-Vergnügungspark mit F1-Rennstrecke eröffnet
Den ersten spektakulären Vorgeschmack lieferte der Jahreswechsel: Jetzt eröffnete mit dem „Falkenflug“ die derzeit wohl extremste Achterbahn der Welt.
Rekordjagd zwischen Himmel und Wüste
Der „Falcons Flight“ ist knapp 200 Meter hoch, erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h und erstreckt sich über vier Kilometer. Die Bahn jagt auf einen Berg zu, rotiert an einer Klippe, verfügt über drei künstliche Beschleunigungsabschnitte und endet in einem senkrechten Sturz. Sie ist nur eines von vielen Rekordprojekten im neuen Six-Flags-Park von Qiddiya. Auch andere Attraktionen setzen Maßstäbe: „Spitfire“ besitzt die höchste Inversion weltweit, der „Sirocco Tower“ schickt Besucher aus 145 Metern im freien Fall in die Tiefe.
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Formel 1 als Herzstück des Projekts
Besonders ambitioniert ist der motorsportliche Teil der Anlage. Qiddiya soll eine eigene Formel-1-Strecke erhalten, die zu den spektakulärsten der Welt zählen dürfte. Für den Kurs wird eigens eine Kurve in der Höhe eines 20-stöckigen Gebäudes errichtet – ein Novum im Grand-Prix-Kalender. Mitentworfen wurde die Strecke vom ehemaligen Formel-1-Piloten Alexander Wurz. Geplant ist das erste Rennen frühestens für 2028.
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Rund um den Kurs entsteht eine eigene Mercedes-AMG-World, in der Besucher selbst Hochleistungsfahrzeuge fahren können – teilweise sogar auf Abschnitten der Formel-1-Strecke. Motorsport wird damit nicht nur Show, sondern interaktives Erlebnis.
Milliardenprojekt mit globalen Ambitionen
Offiziell investiert das Königreich rund sieben Milliarden Euro in Qiddiya, Schätzungen gehen jedoch von bis zu fünfmal so hohen Kosten aus. Insgesamt sollen 43 Sportanlagen und zwölf Freizeitparks entstehen. Hinzu kommen ein Stadion für die Fußball-Weltmeisterschaft 2034 mit bis zu 60.000 Plätzen, riesige eSport-Arenen, ein Golfplatz sowie eine kilometerlange Straßenbrücke durch die Wüste. Allein der geplante Wüsten-Wasserpark soll 22 Attraktionen bieten.
Saudi-Arabien wirbt damit, das gesamte Areal klimaneutral zu betreiben und bis zu 90 Prozent des Wassers wiederzuverwenden. Offizielle Informationen sind allerdings rar: Presseanfragen bleiben unbeantwortet, internationale Medien waren bislang nicht vor Ort. Stattdessen durften Influencer den Park besuchen – und lobten ihn überschwänglich.
Kritik hinter den Kulissen
Erste Besucherberichte zeichnen jedoch ein weniger makelloses Bild. Immer wieder sollen Fahrgeschäfte kurzfristig gesperrt werden, Wartezeiten von bis zu zweieinhalb Stunden sind keine Seltenheit. Auch Berichte über Vordrängen von Einheimischen sorgen für Unmut. Hinzu kommt das Klima: Von Mai bis September liegen die Durchschnittstemperaturen bei 39 bis 43 Grad Celsius – eine Herausforderung für Besucher wie Betreiber.
Tourismus, Image und Zukunft
Trotzdem sind die Ziele ehrgeizig. Bis zu 17 Millionen Besucher pro Jahr sollen nach Qiddiya kommen – mehr als nach Disneyland in Kalifornien und fast doppelt so viele wie ins Eurodisney bei Paris. Der Eintrittspreis von rund 75 Euro pro Tag gilt als bewusst moderat, um auch Einheimische anzusprechen. Mit einem Durchschnittsalter von etwa 30 Jahren setzt Saudi-Arabien gezielt auf Unterhaltung für eine junge Bevölkerung.
Hinter dem Megaprojekt steht jedoch mehr als Freizeitspaß. Das Land sucht dringend neue wirtschaftliche Standbeine jenseits des Erdöls. Tourismus, internationale Sportevents und Großprojekte wie die Formel-1-Strecke von Qiddiya sollen nicht nur Einnahmen bringen, sondern auch das Image des Königreichs nachhaltig verändern.
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