Riesiger Jubel wollte bei Red Bull nach dem vergleichsweise erfolgreichen Wochenende in Kanada nicht so recht aufkommen. Der langjährige Dominator der Formel 1, Max Verstappen, konnte erstmals in der laufenden Saison ein Rennen in den Top 3 beenden, war allerdings im Glück, weil McLaren sich im Reifenpoker vertan hatte und George Russell ausgeschieden war.
Seit der großen Reglementänderung für die WM 2026 lässt der 28-jährige Niederländer kaum eine Möglichkeit aus, Kritik zu üben und seinen Unmut kundzutun. Lange Zeit stand sogar ein vorzeitiges Karriereende im Dezember im Raum. Sein Plan B: Langstreckenrennen, wo er im Mai seine Premiere beim 24-Stunden-Klassiker am Nürburgring feierte.
In Montreal kam es dann allerdings zum öffentlichen Meinungswechsel. Erstmals sprach der vierfache Weltmeister davon, auch nächstes Jahr in der Königsklasse des Motorsports an den Start zu gehen. Allerdings vermied er dabei ein Bekenntnis zu Red Bull Racing. In den letzten Jahren haben mit Adrian Newey, Helmut Marko und selbst dem langjährigen Teamchef Christian Horner viele Schlüsselfiguren den österreichischen Rennstall verlassen. Mit Saisonende geht mit Ginapiero Lambiase ein weiterer Verstappen-Vertrauter.
Weiterhin Wechsel-Gerüchte
Der einzige Renningenieur, den der 28-Jährige hatte, seit er bei den Bullen ist, wechselt ausgerechnet zu McLaren und soll dort sogar als neuer Teamchef aufgebaut werden. Auch deshalb wird immer wieder spekuliert, dass Verstappen ihm folgen könnte.
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Zwar läuft sein Vertrag bei Red Bull Racing bis 2028, allerdings gibt es darin eine Klausel, die es dem Niederländer erlaubt, den Rennstall zu verlassen, sollte man vor der Sommerpause Ende Juli nicht auf Platz 1 oder 2 der Konstrukteurswertung liegen. Derzeit ist man davon weit entfernt. Nach fünf Stationen (zwei Sprints) fehlen auf Ferrari bereits 90 Punkte. Ein absolutes Horror-Szenario für Red Bull droht sich anzubahnen.
Deadline vor Heimrennen
Verstappens Deadline ist also am 26. Juli, nach dem GP von Ungarn und ausgerechnet vor seinem Heimrennen in Zandvoort (23. August). Doch die Verantwortlichen rund um Teamchef Laurent Mekies wollen schon davor Klarheit haben, um für die Zukunft planen zu können. Sollte Verstappen wirklich das Team verlassen, muss ein neuer Star geholt werden, auch einige Sponsoren-Deals sind vom 28-Jährigen abhängig.
Allerdings will sich "Super Max" keineswegs Druck machen lassen. Für ihn ist auch entscheidend, wie die FIA die Motoren-Regularien adaptiert und wo er sich die besten Chancen ausrechnet. Die besten Karten dürfte hier wohl McLaren haben, wo es einen direkten Fahrer-Tausch mit Oscar Piastri geben könnte. Doch während sich Verstappen Zeit lassen will, drängen die Red-Bull-Bosse auf eine Entscheidung noch vor Ablauf der Frist.
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