Formel 1

Vettel jüngster Doppel-Weltmeister

Vettel Japan Weltmeister
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Sebastian Vettel fuhr beim Japan-GP auf Platz 3, Button siegte.
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Vettel ist zum zweiten Mal Weltmeister


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So jubelt Sebastian Vettel

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Sebastian Vettel - der Fokus trägt einen Namen

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel ist schnell erwachsen geworden. Der Deutsche ist mit 24 Jahren zu einem kompletten Rennfahrer gereift. In selten zuvor gesehener Manier dominiert der Red-Bull-Pilot die laufende Saison. Seinen zweiten WM-Titel, den er am Sonntag in Suzuka mit Platz drei perfekt gemacht hat, hat Vettel aber nicht nur einem überlegenen Auto, sondern auch dem eigenen Willen zur Weiterentwicklung zu verdanken.

Ein Schlüsselerlebnis für Vettel war der erste Titel, den er im Vorjahr in einem packenden Finale gegen Fernando Alonso in Abu Dhabi eingefahren hat. Dadurch ist eine enorme Last von seinen schmächtigen Schultern gefallen. "Es war mein Lebenstraum", gestand der Zimmermannssohn aus dem 25.000-Einwohner-Ort Heppenheim in Hessen. Seit dessen Erfüllung geht er viel entspannter durchs Leben. Und auch die Fehler, die er im Vorjahr vereinzelt gemacht hat, sind passe.

Die Fachwelt sucht längst vergeblich nach Superlativen für den WM-Dominator, der mit Red Bull eine Erfolgsdynastie aufbauen will wie einst sein Landsmann Michael Schumacher mit Ferrari. Vergleiche mit dem Rekordweltmeister drängen sich auf, wenngleich Vettel über seinen einstigen Spitznamen "Baby-Schumi" längst erhaben ist. Wie Schumacher ist aber auch Vettel für seine Akribie bekannt, mit der er bis spät in die Nacht mit den Ingenieuren arbeitet.

Vettel ordnet dem Rennsport alles unter

Dem Rennsport ordnet Vettel alles unter. Als seine größte Schwäche bezeichnet er selbst seinen Sturkopf. "Sebastian gibt sich nie mit weniger zufrieden, als möglich ist. Er ist sehr fordernd, bleibt dabei aber immer ruhig", erklärte Helmut Marko. Der Ex-Rennfahrer ist als Red Bulls Motorsportchef seit Jahren einer von Vettels engsten Vertrauten. Immerhin unterstützt der österreichische Getränkekonzern das Ausnahmetalent bereits sein halbes Leben.

Bereits als Zwölfjährigen hatte Red Bull Vettel in sein Junior-Programm gesteckt. Der Weltmeister aus dem eigenen Stall ist für die Bullen aus marketingtechnischer Sicht ein Segen. Geboren 1987, als der Konzern in Österreich seinen ersten Energydrink verkauft hat, verkörpert Vettel alles, wofür die Marke stehen will - Jugend, Dynamik, Erfolg. Selbst seine Natürlichkeit hat er sich zum Teil bewahrt, obwohl er immer mehr in der Öffentlichkeit steht.

Begleitet wird Vettel zu den Rennen häufig von seinem Vater Norbert, einem Zimmerer, der einst selbst Bergrennen gefahren ist. Lediglich seine Freundin Hanna, die er seit der Schulzeit kennt, hält er vom Rampenlicht fern. "Privat ist privat", betonte Vettel, der in der Schweiz auf einem abgeschiedenen Bauernhof im Kanton Thurgau in der Nähe des Bodensees wohnt. Mit wenigen Ausnahmen immer in seiner Nähe: Personal Trainer Tommi Pärmäkoski aus Finnland.

Vettel ist Österreich-Fan
Seine Freizeit verbringt Österreich-Fan Vettel gerne in Zug am Arlberg bei Topgastronom Joschi Walch, einem väterlichen Freund. "Meine Eltern haben mich sehr bodenständig erzogen", erinnerte der 19-fache Grand-Prix-Sieger. Bereits mit vier Jahren soll er um sein erstes Go-Kart gebettelt haben, sein erstes Kart-Rennen bestritt Vettel mit sieben. Damals schwärmte er neben Schumacher auch für Basketball-Superstar Michael Jordan und Pop-Ikone Michael Jackson. Mittlerweile bevorzugt der Champion die Beatles.

Sein Talent war früh erkannt. Bereits 2004 gewann Vettel in der Formel BMW ADAC unglaubliche 18 von 20 Rennen, ein Jahr später absolvierte er für BMW die ersten Formel-1-Tests. Es folgten Rekorde über Rekorde: jüngster Pilot mit einem WM-Punkt (2007 in den USA als Ersatzfahrer für BMW), jüngster Mann auf Pole Position und jüngster Grand-Prix-Sieger für Red Bulls Zweitteam Toro Rosso 2008 in Monza. Und schließlich nach seinem 2009 erfolgten Wechsel zum Hauptteam Red Bull Racing jüngster Weltmeister.

Nun löst Vettel Alonso auch als jüngsten Doppel-Weltmeister der Geschichte ab. Der Spanier gilt in der Formel 1 als die zweite Ausnahmeerscheinung der Gegenwart. Für Alonso könnte man es als Pech bezeichnen, dass er in die Ära eines der künftigen ganz Großen hineingeraten ist - Sebastian Vettel.

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