Zu früh gefreut
Ex-Weltmeister jubelt mit ausgekugelter Schulter über vermeintlichen Sieg
Es war wohl ein Arbeitstag, den Julian Alaphilippe nicht so schnell aus dem Kopf gehen wird. Der Franzose trug 2019 einige Tage das gelbe Trikot des Gesamtführenden bei der Tour de France, wurde zweimal Weltmeister, 2020 feierte er bei Lüttich-Bastogne-Lüttich zu früh, wurde noch überholt und im Anschluss disqualifiziert. Doch was auf der 15. Etappe der Tour de France 2025 geschah, hatte er so wohl auch noch nicht erlebt.
Die Grand Nation wartete vor dem Teilabschnitt heuer immer noch auf den ersten Podestplatz eines heimischen Fahrers. Früh im Rennen schien diese Hoffnung zumindest für den 33-jährigen Tudor-Fahrer auch geplatzt zu sein. Bei einem Crash im Hauptfeld, wo auch die Top-Läufer Jonas Vingegaard und Red-Bull-Shootingstar Florian Lipowitz verwickelt waren, kam der Liebling der Nation ebenfalls zu Sturz.
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Dabei kugelte er sich auch seine Schulter aus, doch das Ziel nächsten Sonntag in Paris über die Ziellinie zu fahren, lässt den Doppelweltmeister auf die Zähne beißen. Er renkte sich das Gelenk selbst wieder ein und fuhr weiter.
Lacher für vermeintlichen Sieg
Er kam als Dritter ins Ziel und sorgte damit für jede Menge Lacher im Netz. Denn er gewann den Zielsprint des Hauptfeldes und dachte selbst, er hatte nach dem Sturz-Schock den ersten Tagessieg eines Franzosen eingefahren. Allerdings war da Pogacar-Teamkollege Tim Wellens bereits im Ziel. Der 34-Jährige entschied am Sonntag das 169,3 Kilometer lange Teilstück für sich und führte vor Victor Campenaerts (+1:28 Minuten) einen belgischen Doppelsieg an.
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Der Gesamtführende und Titelverteidiger Tadej Pogacar kam wie Verfolger Jonas Vingegaard und auch Österreichs Aushängeschild Felix Gall mit dem Hauptfeld ins Ziel. Pogacar wurde auf der 15. Etappe 33., Vingegaard 40., Gall 64., auch dessen Landsleute Marco Haller (68.) und Gregor Mühlberger (73.) hatten am Ende einen Rückstand von 6:07 Minuten. Im Kampf um den Gesamtsieg gab es keine Änderungen. Der Slowene Pogacar hat ein Plus von 4:13 Minuten auf Vingegaard, der drittplatzierte Deutsche Florian Lipowitz liegt 7:53 Minuten zurück. Gall ist nach wie vor Siebenter, ihm fehlen exakt zwölf Minuten auf den Spitzenreiter. Mühlberger ist als 24. (+1:10:19 Std.) und zweitbester Österreicher auch noch ganz gut platziert.
Am Montag dürfen die Protagonisten einmal durchschnaufen, steht doch ein Ruhetag an. Am Dienstag folgt mit dem Mont Ventoux ein erneutes Kletter-Spektakel. Von Montpellier geht es über 171,5 Kilometer hinauf zur Bergankunft auf dem legendären Tour-Klassiker in 1.910 Metern Höhe.
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