Einsatz in Libyen

Krieg kostet 100 Millionen täglich

Krieg, Libyen
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Diktator Muammar al-Gaddafi gibt sich weiter unbeugsam.
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Der Krieg gegen Libyens Gaddafi kostet die Alliierten mindestens 100 Millionen Dollar – pro Tag. Gaddafi gibt sich weiterhin kämpferisch.

Tripolis
Auch am Mittwoch schlugen in der libyschen Hauptstadt Tomahawk-Marschflugkörper ein. Muammar Gaddafi (siehe Kasten) lässt sich von den Luftschlägen aber nicht beeindrucken. Er hat Erfahrung damit, auszuharren, bis der Sturm vorbei ist. Auch 1986 überstand er Luftangriffe der Amerikaner.

75 Millionen kostet ein Jet
Inzwischen wird auch die Kritik an diesem Krieg immer lauter: Mit jeder Angriffswelle der Alliierten steigen die horrenden Kosten. So haben die ersten Tage der Operation „Morgendämmerung“ den amerikanischen Steuerzahler allein 168 Millionen Dollar nur an Raketen gekostet. Diese Zahl nannte das Forschungsinstitut „Center für Strategic and Budgetary Assessments“ in einer Analyse.

112 Tomahawk-Marschflugkörper wurden während der ersten Angriffswelle von U-Booten und Kriegsschiffen auf 22 Ziele in Libyen abgefeuert, 1,5 Millionen Dollar kostet diese Lenkwaffe pro Stück. Inzwischen schlugen 169 Tomahawk-Raketen in Libyen ein. Dazu kommen die Kosten für massive Luftangriffe. Eine F-15- oder F-16-Flugstunde verschlingt mindestens 10.000 Dollar. Fünf Stunden dauert ein Einsatz, bis zu 20, 30 Kampfjets sind ständig in der Luft. Rund 60 „Missionen“ werden pro Tag geflogen.

Jede einzelne Bombe kostet 40.000 Euro
Kommen die drei B-2-Tarnkappenbomber zum Einsatz, wird’s noch extremer: So starteten die Bomber zum ersten Angriff von der Luftwaffenbasis „Whiteman“ im US-Bundesstaat Missouri: Bis Libyen waren die Bomber 18.000 Kilometer unterwegs, mehrmals mussten sie in der Luft aufgetankt werden, um dann 45 Bomben abzuwerfen.

Rechnet man die Ausgaben der anderen Koalitionspartner wie Frankreich, England, Italien, Dänemark und der Niederlande für Bomben, Treibstoff und Logistik hinzu, kostet jeder Kriegstag 100 Millionen Dollar.

Nicht eingerechnet in diese Statistik sind die eignen Kriegsschäden der Alliierten: So kostet der über Libyen abgestürzte amerikanische F-15-Kampfbomber (Piloten konnten sich retten) 75 Millionen Dollar. (Karl Wendl)

Gaddafi bleibt unbeugsam
Er steht enorm unter Druck, doch er bleibt trotz der massiven NATO-Luftangriffe auf sein Land unbeugsam: „Am Ende werden wir siegen“, sagte Gaddafi am Dienstagabend in einer Ansprache vor seinen Anhängern in Tripolis.

„Bereit für Kampf“
Gaddafi drohte: „Wir sind bereit für den Kampf, ob er kurz oder lang sein wird. Ich werde nicht aufgeben. Die Angreifer sind Faschisten, die auf dem Müllhaufen der Geschichte landen werden.“

„Ich bleibe hier“
Er ging auch auf jene Gerüchte ein, die US-­Außenministerin Hillary Clinton verbreitete. Demnach sollen Gaddafi und seine Familienmitglieder bereits Möglichkeiten für eine Zukunft außer Landes prüfen: „Ich bleibe hier, hier, hier“, brüllte Gaddafi, und seine Anhänger johlten, „das ist mein Land, ich werde Libyen nicht verlassen!“

„Gegen Kreuzritter“
Dann rief Gaddafi seine „arabischen Brüder“ auf: „Wir lassen uns nicht terrorisieren. Wir werden sie auf jeden Fall besiegen, egal, wie lange es dauert. Schließt Euch unserem Kampf an. Alle muslimischen Armeen müssen sich an der Schlacht gegen die Kreuzritter beteiligen.“

Auf der nächsten Seite finden Sie den Liveticker vom Mittwoch zum Nachlesen.



21:28 Uhr:
Panzer von Gaddafi-Truppen beschießen das Krankenhaus in Misurata nun mit Panzern, berichtet ein Rebellensprecher. Auch Häuser seien unter Beschuß.

So tobt der Krieg in Libyen


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Bürgerkrieg

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© EPA

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13:52 Uhr: Die Aufständischen in Libyen haben den Ökonomen Mahmoud Jabril in Benghazi zum Chef einer provisorischen Regierung ernannt, berichtet Al-Jazeera. Bisher hatten die Gegner von Gaddafi diesen Schritt hinausgezögert, um nicht den Eindruck zu erwecken, das Land spalten zu wollen.

13:21 Uhr: Die EU weitet die Sanktionen gegen Libyen aus: Auch die NOC, National Oil Corporation, wird ab Freitag sanktioniert.

12:55 Uhr: Weil die Gaddafi-treuen Soldaten das Krankenhaus eingenommen haben, bitten die Rebellen die Alliierten darum, ein Lazarattschiff nach Misrata zu entsenden.

12:27 Uhr: Die Nachrichtenagentur "Reuters" berichtet, dass der Beschuss von Misrata durch die Gaddafi-Truppen inzwischen aufgehört hat.

12:10 Uhr: Augenzeugen zufolge sollen in Misrata in der Nacht 14 Menschen von Scharfschützen getötet worden sein. eit Tagen kursieren unbestätigte Berichte von einem Blutbad in der Stadt. Damit sollen seit Montag mindestens 40 Menschen in der Stadt getötet worden sein.

12:04 Uhr: Al-Jazeera berichtet, dass die Alliierten den Rebellen in Misrata zu Hilfe kommen und die Truppen Gaddafis angreifen.

11:40 Uhr: Ein Augenzeuge aus Misrata berichtet auf "ABC" vom Vorrücken der Gaddafi-Truppen: "Das ist kein Kampf, das ist ein Massaker." Ein Großteil der Bewohner ist vor den Truppen ans Meer geflüchtet.

11:13 Uhr: Al-Jazeera berichtet, dass Gaddafi-Truppen das Krankenhaus der seit Tagen umkämpften Stadt Misrata im Westen Libyens eingenommen haben.

10:48 Uhr: Ab heute werden NATO-Kriegsschiffe dabei helfen, das Waffenembargo gegen Libyen durchzusetzen.

10:25 Uhr: Es gibt neue Berichte über Explosionen in Tripolis. Auch die Flugabwehr ist wieder zu hören.

09.52 Uhr: Schweden friert die Konten von Gaddafi ein, insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro. Möglicherweise gibt es aber noch mehr libysches Geld in Schweden.

09:16 Uhr: Barack Obama bricht wegen der Offensive in Libyen seine Lateinamerika-Reise ab. Ein für heute geplanter Besuch von Maya-Ruinen wurde deswegen gestrichen.

08:29 Uhr: Die Niederlande unterstützen das Eingreifen der NATO in den Libyen-Konflikt mit sechs F-16-Kampfflugzeugen. Zur Durchsetzung eines Waffenembargos gegen das Gaddafi-Regime schickt Den Haag zudem ein Tankflugzeug sowie ein Minensuchboot in die Mittelmeer-Region.

07:40 Uhr: Die Stadt Misrata ist weiter unter Beschuss. Die USA berichten laut BBC auch von Angriffen auf Zivilisten.

04:38 Uhr: Die internationale Allianz zur Durchsetzung der UN-Resolution gegen Gaddafi hat ihre Angriffe auf die libysche Hauptstadt am Mittwochmorgen offensichtlich fortgesetzt. Wie ein Korrespondent des US-Senders CNN berichtete, waren mehrere sehr schwere Explosionen zu hören. Allerdings habe es anschließend kein Luftabwehrfeuer der libyschen Truppen gegeben. Unklar war auch, wo genau sich die Explosionen ereigneten.

02:08 Uhr: Der durch den internationalen Militäreinsatz unter Druck stehende Gaddafi prüft nach Angaben der US-Regierung angeblich bereits Möglichkeiten für eine Zukunft außer Landes. "Wir haben von Leuten aus seinem Umfeld gehört, die mit Menschen, die sie überall auf der Welt kennen, Kontakt aufnehmen", sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag dem US-Sender ABC. Dabei würden dann Fragen gestellt wie "Was machen wir? Wie kommen wir aus der Sache raus? Was passiert als nächstes?"

Der Militärschlag gegen Libyen hat begonnen


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Der Militärschlag gegen Libyen hat begonnen

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Der Militärschlag gegen Libyen hat begonnen

Der Militärschlag gegen Libyen hat begonnen

© Reuters

Der Militärschlag gegen Libyen hat begonnen

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01:34 Uhr: Die beiden seit Samstag von der libyschen Armee festgehaltenen Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sind in der Hauptstadt Tripolis freigelassen worden. Auch ihr ebenfalls festgenommener Kollege der Bildagentur Getty sei wieder auf freiem Fuß, so ein AFP-Korrespondent. Ein Sprecher der libyschen Führung hatte der Nachrichtenagentur zuvor gesagt, die drei Journalisten befänden sich in Tripolis und sollten in Kürze freigelassen werden.

01:17 Uhr: Die türkische Regierung wird vorerst die diplomatischen Interessen der Vereinigten Staaten in Libyen vertreten. "Die Türkei hat zugestimmt, unsere Schutzmacht in Libyen zu sein. Und wir sind wirklich sehr dankbar, dass die Türkei diese Rolle akzeptiert hat", sagte Sprecher Mark Toner.

Bilder der Zerstörung aus Libyen


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Bilder der Zerstörung aus Libyen

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© Reuters

Bilder der Zerstörung aus Libyen

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© Reuters

Bilder der Zerstörung aus Libyen

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00:17 Uhr: Die Vereinigten Staaten rechnen nach Aussage von US-Außenministerin Hillary Clinton mit einem Kommandowechsel bei dem Militäreinsatz in Libyen innerhalb der kommenden Tage. "Ob es bis Samstag geschieht oder nicht, hängt von der gemeinsamen Bewertung durch unsere militärischen Kommandanten mit den Alliierten und Partnern ab", sagte sie in einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC.

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