Letzter Wille
Osama Bin Laden: Sein Testament
Die Villa des Terrorfürsten Osama bin Laden entpuppt sich als Goldschatz für den US-Geheimdienst: Zehn Festplatten, fünf Computer, Dutzende Speichermedien sind die stolze Ausbeute in Abbottabad.
Unter den Dutzenden Geheiminformationen über das Netz von Al-Kaida befindet sich auch ein mysteriöses Testament von Osama bin Laden. Vier Seiten lang, angeblich auf einem Computer getippt, aber handschriftlich vom Terrorteufel unterschrieben. Zum ersten Mal tauchte das Faksimile gestern in der kuwaitischen Zeitung Al-Anbaa auf.
Eines geht klar aus dem Dokument hervor: Bin Laden wusste, mit dem Attentat auf das World Trade Center am 11. September hat er sein Todesurteil unterschrieben. Offenbar rechnete er nicht mehr damit, lange zu leben. Er entwarf seinen Letzten Willen bereits am 14. Dezember 2001, also drei Monate nach 9/11, und überarbeitete ihn im Laufe der folgenden Jahre immer wieder.
Osama verteidigt im Testament seinen Kampf
Über die Echtheit des Dokuments ist ein heftiger Streit entbrannt. Viele sprechen von einer Fälschung. Die Begründung: Die Diktion würde der Osama bin Ladens nicht entsprechen.
Die arabischen Zeitungen zitieren aus dem Testament Folgendes: Seitenlang verteidigt er seinen blutigen Kampf gegen den ungläubigen Westen und zählt die lange Liste seiner Untaten auf.
Und Osama war sich sicher, dass er aus den eigenen Reihen verraten werden würde.
Seine jüngste Frau warf sich mutig den Seals entgegen
Aber das Vermächtnis des gefährlichsten Terroristen der Welt beinhaltet auch ganz persönliche Botschaften an seine Familie. So bedankt er sich bei seinen Frauen, rät ihnen, nicht mehr zu heiraten, und entschuldigt sich bei seinen Kindern, dass er ihnen kein guter Vater sein konnte.
Wie treu seine Frauen zu ihm hielten, zeigt das Schicksal seiner jüngsten Frau Amal Ahmed Abdul Fatah (29), die ein Geschenk ihres Vaters an Osama bin Laden und die letzte Gefährtin an seiner Seite war. Ihr hatte Bin Laden bedingungslos vertraut. Zu Recht: Amal wollte den Tod ihres Mannes verhindern und stürzte sich todesmutig den Navy Seals entgegen. Dabei wurde sie nicht, wie anfangs behauptet, getötet, sondern am Bein getroffen.
Was im Testament steht, lesen Sie auf der nächsten Seite >>
Das steht im Testament:
Auf vier mit dem Computer geschriebenen Seiten legte der Al-Kaida-Chef seinen Letzten Willen offen. Unterschrieben ist das Dokument mit Abu Abdullah Osama Mohammed bin Laden.
Bin Laden preist darin den Islam und den Propheten, rechtfertigt seinen "Heiligen Krieg" gegen Israel und die "amerikanischen Kreuzritter" und attackiert seine vom rechten Weg abgekommenen Glaubensgenossen. Aber er richtet auch persönliche Worte an seine Familie. Die kuwaitische Zeitung Al-Anbaa zitiert online daraus:
Die Botschaft an seine Söhne
Osama bin Laden will nicht, dass sich seine 24 Kinder aktiv bei der Al-Kaida engagieren: "Ich rate Euch, nicht an der Basis und auch nicht an der Front von Al-Kaida zu arbeiten." Er bedauert in seinem Testament, als Vater versagt zu haben: "Vergebt mir, dass ich nicht einmal ein Minimum an Zeit wie andere brüderliche Väter mit euch geteilt habe, seit ich mich entschlossen habe, Al-Kaida auf dem Weg zum Dschihad zu leiten", schreibt er und vergleicht sich selbst mit einem Kalifen aus dem 17. Jahrhundert.
Der Befehl an seine Frauen
Osama bin Laden bedankt sich bei seinen vier Ehefrauen, deren jüngste bei dem Angriff schwer verletzt worden war. "Ihr wusstet, dass unser gemeinsamer Weg voller Hindernisse sein wird. Ihr habt ein komfortables Leben aufgegeben und einen bescheidenen Weg mit mir gemeinsam gewählt, ein asketisches Leben", schreibt er. So weit der freundliche Teil – dann erinnert Osama bin Laden seine Frauen an ihre Pflichten als muslimische Witwen: "Denkt nicht daran, Euch nach meinem Tod noch einmal zu verheiraten. Es ist vollkommen ausreichend, Euch um unsere Kinder zu kümmern, Euch für sie aufzuopfern und für sie zu beten."
Kein Wort zu seinem Begräbnis
In Osama bin Ladens Letztem Willen gibt es keine Verfügung zu seiner Beisetzung. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass er sich kein "Seebegräbnis" gewünscht hatte.
Er glaubte an einen Verräter
In seinem
Testament prophezeit der Top-Terrorist, dass er einmal von einem Kämpfer aus den eigenen Reihen verraten werden würde.
Mehr zu Osamas Leben in der Festung lesen Sie hier.
Den Live-Ticker zum Nachlesen gibt es auf der nächsten Seite >>
19:39 Uhr: USA veröffentlichen keine Osama-Fotos
Das Weiße Haus wird nach Informationen des US-Senders CNN keine Fotos des getöteten Terroristenchefs Osama bin Laden veröffentlichen. Das habe die US-Regierung Mittwoch entschieden, berichtete der Sender.
11:14 Uhr: Radikaler Imam droht Obama
Ein Imam der Al-Aqusa-Moschee droht US-Präsident Obama in einem YouTube-Video. "Du selbst hast befohlen, Moslems zu töten. Dafür wirst du mit Bush junior hängen."
10:46 Uhr: Extremisten trauern
Verschiedene islamistische Gruppierungen betrauern den Tod des Terror-Führers Bin Laden. So ruft etwa die "Front der Verteidiger des Islams" in Indonesien heute zu einem Gottesdienst für den getöteten Al-Kaida-Chef auf. Die Gruppierung ist für zahlreiche Angriffe auf Nachtklubs und ihre offenen Drohungen gegenüber westlichen Besuchern bekannt.
10:20 Uhr: Tochter sah Osama sterben
Laut britischer BBC soll Bin Ladens Tochter (12) den Tod ihres Vaters gesehen haben, als die US Navy Seals ihn erschossen.
10:15 Uhr: Osama-Wurm auf Facebook löst Alarm aus
Nach dem tödlichen Angriff auf Al-Kaida-Führer Osama bin Laden kriecht ein Computerwurm durch Facebook, der mit der Neugier der Mitglieder in diesem Sozialen Netzwerk spekuliert. Ihnen wird ein Video von der Tötung des Terroristen in Aussicht gestellt, wenn sie einen Link kopieren und in ihrem Web-Browser eingeben. Daraufhin wird die Mitteilung mit dem Link und einer Überschrift wie "Osama Bin Laden EXECUTION video" automatisch an alle Facebook-Kontakte des Nutzers geschickt.
10:09 Uhr: Bush schlägt Obamas Einladung aus
Der ehemalige US-Präsident George W. Bush hat eine Einladung seines Nachfolgers Barack Obama zum gemeinsamen Besuch von Ground Zero in New York ausgeschlagen. "Präsident Bush wird am Donnerstag nicht zugegen sein", so sein Sprecher David Sherzer.
09:11 Uhr: Kritik an Codenamen "Geronimo"
In den USA ist harsche Kritik laut geworden, dass der Tod von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden vom Militär durch den Codenamen "Geronimo" bestätigt wurde. Geronimo ist ein hoch geachteter Häuptling der Apachen. Er hatte Ende des 19. Jahrhunderts gegen die Truppen der USA und Mexikos gekämpft, bis er sich 1886 ergab. Der Kampf machte ihn zu einem der berühmtesten Indianer Nordamerikas
08:05 Uhr: Bin Ladens Versteck abgesperrt
Im pakistanischen Abbottabad hat die Polizei am Mittwoch rings um das Anwesen, in dem Terrorchef Osama bin Laden aufgespürt und getötet wurde, die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Nachdem am Vortag hunderte Menschen zu dem Gelände geströmt waren, sperrte die Polizei das Gebiet am Mittwoch in der Früh für die Öffentlichkeit und für Medienvertreter weitläufig ab.
Die Anschläge vom 11. September 2001
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US-Kommando: Hier wurde Bin Laden getötet
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Meistgesuchter Mensch: Das war Osama bin Laden
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