Raketen-Attacke

Neue Superwaffe – Putin feuert ganze Nacht auf Kiew

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Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht auf Sonntag mit umfangreichen Raketen- und Drohnenangriffen überzogen.

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew am Sonntag mit einer Welle von Raketen und Drohnen angegriffen und dabei auch die wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchtete neue Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt.
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Laut Behörden wurden vier Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Zwei Personen starben direkt in Kiew, zwei weitere in der umliegenden Region, wie der dortige Gouverneur Mykola Kalaschnyk mitteilte.

Es gab auch mindestens 69 Verletzte - 33 von ihnen, darunter zwei Kinder, werden in Krankenhäusern behandelt, wie der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mitteilte. Der Angriff beschädigte Wohngebäude, Büros und Schulen an mehr als 40 Orten der Hauptstadt. Unter anderem stürzte die Fassade eines fünfstöckigen Wohnhauses ein, zudem gab es Schäden am historischen Unabhängigkeitsplatz (Maidan) sowie im Foyer einer U-Bahn-Station.

Rettungskräfte löschten Brände und räumten Trümmer auf. Nach Sonnenaufgang zog schwarzer Rauch über die Stadt, in Teilen Kiews lag ein beißender Geruch in der Luft, wie vor Ort befindliche Reporter berichteten. Viele Einwohner suchten Schutz in den U-Bahn-Stationen. In einer Schule und einem Geschäftszentrum wurden Menschen vorübergehend in Luftschutzkellern eingeschlossen, da Trümmer die Eingänge blockierten.

Selenskyj: Russland setzte Oreschnik-Rakete ein

Die Explosionen hatten die Stadt in der Nacht auf Sonntag kurz nach 1.00 Uhr (Ortszeit) erschüttert. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj setzte Russland erneut die Mittelstreckenrakete Oreschnik ein - erstmals nahe der Hauptstadt Kiew. Kremlchef Wladimir Putin habe die Rakete gegen Bila Zerkwa abgefeuert, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Die Großstadt liegt im Kiewer Gebiet.

Die auch in Belarus von Moskau stationierte Oreschnik-Rakete (auf Deutsch: Haselstrauch) kann sowohl konventionelle als auch atomare Sprengköpfe tragen. Ihre extrem hohe Geschwindigkeit von bis zu 12.000 Kilometer pro Stunde und ihre Reichweite von bis zu 5.000 Kilometer machen sie zu einer potenziellen Gefahr für den gesamten europäischen Kontinent.

Dritter Einsatz von Oreschnik-Rakete

"Das ist wirklich unverantwortlich. Es ist wichtig, dass dies für Russland nicht ohne Folgen bleibt", sagte Selenskyj. Zu Schäden in Bila Zerkwa machte er keine Angaben. Es war demnach bereits der dritte Einsatz der Waffe in dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Zuvor hatte die ukrainische Flugabwehr von einem kombinierten Angriff mit 600 Drohnen, 90 Raketen und Marschflugkörpern gesprochen. In der Auflistung der ballistischen Raketen war Oreschnik zunächst nicht aufgeführt. Es handle sich um eine Antwort auf die "terroristischen Angriffe" der Ukraine auf zivile Objekte in Russland, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit.

Selenskyj reagiert mit Häme auf Putin-Auftritt

Selenskyj warf indes Putin vor, mit seinen Raketen Wohnhäuser zu zerstören - und "nicht einmal mehr das Wort "Hurra" richtig aussprechen" zu können. Der russische Präsident "lallt", meinte Selenskyj mit Blick auf einen Auftritt Putins am Freitag im Kreml vor Absolventen des Ausbildungsprogramms "Zeit der Helden". Ein auch von Staatsmedien verbreitetes Video zeigt Putin, wie er am Ende ein dreifaches "Hurra" als Zeichen seiner Siegesgewissheit in dem Krieg ausruft - es klingt für seine Verhältnisse ungewöhnlich kraftlos.

Selenskyj meinte, dass alles getan werden müsse, um Frieden zu schaffen und die Menschen zu schützen. Dabei seien auch Entscheidungen der USA, Europas und anderer Verbündeter nötig, damit der alte Kremlchef - Selenskyj nannte ihn einen alten Oreschnik - lerne, das Wort "Frieden" auszusprechen.

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