Geschmacklos
Schaulustige knipsen Selfies auf totem Wal "Timmy"
Am Samstag hatten Behörden bestätigt, dass es sich bei dem vor Anholt treibenden Tier um den bekannten Buckelwal Timmy handelt. Am Sonntag stiegen Menschen auf den Kadaver, was zu heftiger Kritik führte.
Diese Aktion ist nicht nur respektlos, sondern auch extrem gefährlich. Experten warnen eindringlich, dass sich im Inneren des verwesenden Wals Gas bildet, das über die dicke Haut nicht entweichen kann. Im schlimmsten Fall explodiert der Kadaver. Zudem besteht eine akute Gesundheitsgefahr, da der tote Meeressäuger Krankheiten in sich tragen könnte, die auf den Menschen übertragbar sind. Die dänische Umweltbehörde betonte gegenüber der „Bild“-Zeitung, dass man das beträchtliche Interesse verstehe, Schaulustige aber unbedingt einen „Sicherheitsabstand“ einhalten müssen.
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Zukunft des Kadavers
Der Körper liegt derzeit vor der dänischen Insel Anholt. Die dänischen Behörden müssen nun entscheiden, was mit den Überresten des Buckelwals geschehen soll. Konkrete Pläne für eine Bergung oder eine Autopsie gibt es noch nicht. „Er behindert niemanden und nichts da draußen, also muss eine Verlegung auf Kosten der Deutschen erfolgen“, brachte es Morten Abildstrøm von der dänischen Naturschutzbehörde auf den Punkt. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus kündigte an, das weitere Vorgehen mit den dänischen Kollegen und einer privaten Rettungsinitiative zu besprechen. Unterdessen nimmt die Natur ihren Lauf: Am Samstag machten sich bereits Möwen über den Körper her, dessen Spuren am Sonntag deutlich zu sehen waren.
Verteidigung der Rettungsaktion
Obwohl es für Timmy kein Happy End gab, verteidigen Minister Backhaus und die private Initiative die Aktion. Die Initiative gab dem Wal „eine letzte Chance, die Freiheit und die Gesundheit wiederzuerlangen“, sagte Backhaus laut der „Bild“. Auch Experten hätten ein Überleben nicht ausschließen können. Die extra aus Hawaii eingeflogene Tierärztin Jenna Wallace nannte die Rettung einen „Erfolg“. Der Wal sei im Ozean gestorben „und blieb nicht allein im Schlamm im flachen Wasser feststecken, was ein viel schlimmeres Schicksal gewesen wäre“, schrieb sie auf Facebook.
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