Fahrer schlief

1124 Minuten! Zugverspätung wegen betrunkenem Fahrer

© Getty Images
Ein gestoppter Güterzug, ein offenbar schlafender Lokführer und der Verdacht auf Alkohol am Steuer: Ein ungewöhnlicher Vorfall in Deutschland legte den Bahnverkehr zeitweise lahm. Die Folgen waren massive Verspätungen für zahlreiche Züge.
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Am Mittwochnachmittag hielt ein 31-jähriger Lokführer seinen Güterzug auf der Strecke zwischen Heessen und Ahlen an – ohne erkennbaren Grund. Weder der Fahrdienstleiter noch die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn konnten den Mann zunächst erreichen.

Ein entgegenkommender Lokführer wurde schließlich misstrauisch, als er langsam an dem abgestellten Zug eines privaten Transportunternehmens vorbeifuhr. Offenbar schlief der 31-Jährige in seinem Führerstand. Der Kollege meldete den Vorfall an die Notfallleitstelle.

Polizei stellt Lokführer zur Rede

Die Bundespolizei wurde alarmiert. Noch bevor die Beamten den Zug erreichten, setzte sich dieser wieder in Bewegung. Im Güterbahnhof Ahlen stoppte er jedoch erneut. Der Lokführer sprang aus dem Führerstand und wurde wenig später von einem Notfallmanager der Deutschen Bahn entdeckt.

Der Mann aus den Niederlanden stand laut Bundespolizei offenbar unter Alkoholeinfluss. Die Beamten untersagten ihm die Weiterfahrt. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der Gefährdung des Bahnverkehrs ermittelt.

Wie eine Sprecherin der Bundespolizei gegenüber der "Bild" erklärte, habe sich der Lokführer geweigert, einen freiwilligen Atemalkoholtest zu machen. Es habe jedoch deutliche Anzeichen für eine Alkoholisierung gegeben. Eine Blutprobe wurde angeordnet.

26 Züge betroffen – mehr als 18 Stunden Verspätung

Die Folgen für den Bahnverkehr waren erheblich: Ein anderer Lokführer musste den Güterzug übernehmen. Wegen des Vorfalls war die Strecke zeitweise vollständig gesperrt.

Insgesamt waren 26 Züge von Verspätungen betroffen. Diese summierten sich auf 1124 Minuten – das sind mehr als 18 Stunden.

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