Nations League Eklat

30 Tage Sperre und 255 Euro Geldstrafe für Cristiano Ronaldo

Ein portugiesischer Fußballspieler im roten Trikot verzieht enttäuscht das Gesicht auf dem Spielfeld.
© APA/AFP/PATRICIA DE MELO MOREIRA
Die portugiesische Fußball-Föderation hat das Disziplinarverfahren gegen Cristiano Ronaldo offiziell abgeschlossen und eine Strafe verhängt. Nach seinem aufsehenerregenden Abgang aus dem Teamcamp kommt der Weltstar mit einer einmonatigen Sperre sowie einer bemerkenswert niedrigen Geldbuße davon.
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Ausgangspunkt des Verfahrens war ein offener Bruch zwischen Cristiano Ronaldo und Portugals Nationaltrainer Jorge Jesus im Rahmen der UEFA Nations League. Jorge Jesus hatte entschieden, den Rekordtorschützen beim 2:1-Sieg über Norwegen über die volle Spielzeit auf der Ersatzbank schmoren zu lassen. Der Stürmer reagierte daraufhin mit Unverständnis und packte unmittelbar nach dem Schlusspfiff seine Koffer. Vor dem nachfolgenden Duell gegen Dänemark verließ Ronaldo das Trainingslager der Nationalmannschaft eigenmächtig.

Kurz nach seiner Abreise trat Cristiano Ronaldo mit einem ausführlichen, 1.740 Wörter umfassenden Statement an die Öffentlichkeit. Darin warf er den Verantwortlichen um Teamchef Jorge Jesus direkte Wortbrüche vor. Demnach sei ihm im Vorfeld der Partie gegen Norwegen ein garantierter Einsatz zugesichert worden. Da diese Zusage nicht eingehalten worden sei, sah Ronaldo eine Vertrauensbasis zerstört, zeigte sich jedoch in weiteren Stellungnahmen bereit, die Konsequenzen für sein Verlassen des Teams auf sich zu nehmen.

Disziplinarrat sieht vorsätzliches Vergehen

Der Disziplinarrat des portugiesischen Verbandes (Federação Portuguesa de Futebol) leitete umgehend eine Untersuchung ein. Während des laufenden Verfahrens war der Offensivmann vorläufig suspendiert. Nun liegt die schriftliche Urteilsbegründung schwarz auf weiß vor.

Im offiziellen Dokument des Verbandes wird der Vorfall detailliert aufgeführt und rechtlich bewertet:

“"Aus diesen Gründen und auf der Grundlage der dargelegten Argumente entscheidet der Disziplinarrat der Federação Portuguesa de Futebol im vorliegenden Verfahren, die Anklage als voll begründet anzusehen und verurteilt Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro wegen vorsätzlicher Begehung des Disziplinarverstoßes gemäß Artikel 160 Absatz 1 des RDFPF zu einer Sperre von dreißig Tagen sowie einer Geldstrafe in Höhe von 2,5 Recheneinheiten (UC), was einer Summe von exakt 255,00 Euro entspricht."”

Die juristische Einordnung im Überblick:

  • Verstoß gegen Paragraph 1 von Artikel 160 der FPF-Disziplinarordnung (RDFPF)
  • Nachgewiesene vorsätzliche Dienstpflichtverletzung durch den unerlaubten Abgang
  • Sanktion 1: 30-tägige Wettkampfsperre für Spiele der Nationalauswahl
  • Sanktion 2: Verbandsgeldstrafe von 255 Euro (2,5 sogenannte UC)

Symbolische Geldstrafe und Rückkehrchancen

Trotz der Verurteilung signalisiert das Urteil, dass der portugiesische Verband kein Interesse an einer dauerhaften Demontage seines Kapitäns hat. Die Geldstrafe in Höhe von 255 Euro (rund 222 britische Pfund) hat angesichts der Verdienstdimensionen des Ausnahmespielers reinen Symbolcharakter. Ronaldo verdient bei seinem saudi-arabischen Klub Al-Nassr ein geschätztes Jahres-Grundgehalt von rund 178 Millionen Pfund, was aufgerechnet etwa 3,42 Millionen Pfund pro Woche oder 488.000 Pfund pro Tag entspricht.

Nachdem Ronaldo sich im Nachgang für den unbedachten Abgang entschuldigt und seinen klaren Wunsch nach einer Fortsetzung seiner Länderspiel-Karriere hinterlegt hatte, ist der Weg für ein Comeback nach Ablauf der 30 Tage frei. Die Wogen zwischen Verband, Jorge Jesus und Ronaldo scheinen sich damit vorerst wieder zu glätten.

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