Berlin

72 Berliner Polizisten flüchten vor der Linken

72 Polizisten wollen von Berlin weg.
© dpa/Patrick Seeger
Seit dem Wahlsieg der Linken bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September haben mindestens 72 Berliner Polizisten in anderen Bundesländern einen Wechsel angefragt oder beantragt - das ergab eine Umfrage von Focus online.
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Mit dieser Zahl liegen die Anfragen in wenigen Wochen bereits dreimal so hoch wie die tatsächlichen Versetzungen im gesamten Jahr 2025 (22). 2024 waren es 36.

Der Großteil der Interessenten richtet sich nach Baden-Württemberg (58), gefolgt von Bayern (10), Thüringen (3) und Bremen (1). Innenminister Manuel Hagel (CDU) hatte die Beamten nach der Wahl öffentlich eingeladen und erklärt, die Berliner Polizei sei "zu schade für eine linke Clan-Bürgermeisterin", die ihr Mittel und Befugnisse nehmen wolle. Ein Unterlassungsantrag der Linken gegen die Äußerungen scheiterte vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart.

Beamten kennen Programm der Linken

Auch Brandenburg wirbt gezielt um Nachwuchs aus der Hauptstadt. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin warnt vor den Folgen. Sprecher Benjamin Jendro rechnet vor: Wiederhole sich das jährlich, sei "personell in zwei Jahren ein Polizeiabschnitt weg". Bei rund 18.500 Vollzugskräften und der bundesweit höchsten Einsatzbelastung komme die als unterdurchschnittlich empfundene Besoldung hinzu. Zudem kündigen junge Beamte und bewerben sich neu.

Die Beamten kennen die Ankündigungen der Linken im Wahlprogramm: Stopp weiterer "Aufrüstung" der Polizei, Auflösung von Brennpunkt- und Präsenzeinheiten, Abschaffung kriminalitätsbelasteter Orte und Waffenverbotszonen sowie der Vorrang sozialer Arbeit, wo möglich. Im aktuellen Sondierungspapier mit SPD und Grünen wurde ein Personalabbau zwar ausgeschlossen, die Unsicherheit bei vielen Beamten bleibt jedoch groß.

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