THEMA DER WOCHE

Absturz-Serie fordert vier Todesopfer

Wrackteil eines Flugzeugs im Weingarten, zwei Männer mit verpixelten Augen im Vordergrund.
© DOKU NÖ, zVg
Zwei tragische Flugunglücke unter besonders ungewöhnlichen Umständen beherrschten dieser Tage die Schlagzeilen. Drei Piloten und ein Flugschüler starben. Warum - das ist noch lange nicht klar.
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NÖ, OÖ. Zum ersten Mal krachte es Montag um 9.15 Uhr in der Wachau direkt beim Flughafen Gneixendorf nahe Langenlois: Zwei Ultraleichtflugzeuge - eine Aerospool WT-9 Dynamic und eine JMB VL-3-RG Evolution - crashten nahe des Flugplatzes in 350 Meter Höhe zusammen. Durch die Wucht des Zusammenpralls regnete es förmlich Wrackteile, die großteils in den Weingärten landeten. Was nicht entzwei ging, brannte - bis auf zwei halbwegs erhaltene Flügel - bis zur Unkenntlichkeit nieder.

Bei dem Unglück kamen zwei leitende bzw. prominente Mitglieder des Flughafens LOAG und des dortigen Fliegerclubs USFC Krems ums Leben: Die eine Maschine hatte der ehemalige Obmann und frühere leitende Arzt im Krankenhaus Melk, der 70-jährige Dr. Rupert S., gesteuert, in der anderen saß, ebenfalls allein, der IT-Unternehmer und Ex-Bürgerlisten-Gemeinderat von Traismauer sowie stellvertretende Betriebsleiter Sebastian F. (36).

Wie es zu dem Crash kommen konnte, das soll nun ein Sachverständiger herausfinden. Fakt ist nur, dass Jüngere laut derzeitigem Stand mit seiner Maschine einen Segelflieger nach oben in die Lüfte manövriert hatte. Nach dem Ausklinken flog er eine Kurve, um zum Flugplatz zurückzukehren. Just in diesem Moment startete der Senior-Pilot vom Airport weg. Der zuvor geschleppte Segelflieger war nicht in die Kollision verwickelt, die beiden Verstorbenen könnten sich wegen eines unglücklichen Flugwinkels nicht sehen. Doch wer hatte die Flüge davor berechnet bzw. genehmigt, war es menschliches Versagen, ein technisch bedingter Fehler oder eine plötzlich akut auftretende Erkrankung? Wir werden es erfahren.

Zwei kleine einmotorige Sportflugzeuge stehen nebeneinander auf einem Flugplatz.
Die beiden Unglücksmaschinen, die in der Luft zusammenkrachten, sind bis zur Unkenntlichkeit zerstört und verbrannt. © DOKU NÖ, zVg

Flugschülerin (19) und Fluglehrer (24) tot

Nicht weniger spektakulär und unter ebenso außergewöhnlichen Umständen kam es dann zwei Tage später und wieder am Vormittag, gegen 11.30 Uhr zu einem Absturz-Drama im Salzkammergut im südlichen Teil des Attersees, der hier besonders, um nicht zu sagen geradezu abgründig tief ist: Hier war eine Zweisitzer-Maschine des Typs Tecnam P2002JFS aus bisher ungeklärter Ursache in den See gestürzt - ein Zeuge will davor einen Motoraussetzer, ein andere einen Knall gehört haben - danach ging das Kleinflugzeug unter.

Kleinflugzeug mit "skygate"-Beschriftung steht nachts auf einem Parkplatz.
Dies Maschine versank bis auf 160 Meter in den Tiefen des Attersees. © laumat.at, instagram

An Bord der Maschine, die zur Flotte der Skygate Academy in Wals-Siezenberg (eine Airlinepilotenschule mit Stipendium) gehört, waren eine 19-jähriger Flugschülerin und ihr 24-jähriger Lehrer Benedikt K. - beide Deutsche, der Mann mit Zweitwohnsitz in St. Gilgen am Wolfgangsee, die am Mittwoch von Salzburg aus gestartet sind. Fiona H. soll ganz am  Beginn ihrer Ausbildung gestanden sein. Nicht einmal eine halbe Stunde nach dem Start kam es zu dem Unglück.

Mit Tauchrobotern und Sonargeräten wurde der See nach der Propellermaschine abgesucht, bis "OE-CLJ" rund 300 Meter vom Ufer entfernt in 163 Meter Tiefe lokalisiert wurde. Die zwei Insassen wurden tot im Cockpit geortet.

Einsatzkräfte und Polizei stehen an einem Steg mit Rettungsbooten am Attersee.
Wasserrettung half entscheidend bei der Auffindung des im See zunächst verschollenen Maschine. © Wasserrettung

Die Bergung unter Zuhilfenahme von Tauchrobotern wurde von der Feuerwehr für heute Samstag angesetzt. Laut Polizei war der Donnerstag ein zu kurzfristiger Termin und am Freitag das Wetter laut Vorhersage zu instabil, Gewitter waren gemeldet. Was hier zur Katastrophe geführt hat, ist noch weniger klar als beim Todes-Drama von Gneixendorf, die Fliegerwelt muss jedenfalls vier Todesopfer in wenigen Tagen beklagen. Man kann auch hier davon ausgehen, dass die Ursache bald bekannt sein wird.

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