Kündigungen

Arbeitnehmervertreter gegen WKÖ-Bosse

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In der Zentrale soll bis 2027 jeder vierte Job fallen: Eine "Katastrophe" klagt der Betriebsrat. Und: So viel Geld nimmt die Wirtschaftskammer wirklich ein.
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Diese Woche wurden die Pläne der neuen Wirtschaftskammer-Präsidentin Martha Schultz öffentlich, in der Bundeskammer in Wien jeden vierten Job zu streichen. Bis Ende 2027 sollen 200 von 800 Mitarbeitern gehen, den meisten droht die Kündigung. Wie viel die Maßnahme an Einsparungen bringen wird, ist bisher nicht klar.

Man weiß noch nicht, welche Abteilungen wie stark betroffen sein werden, heißt es auf oe24-Anfrage aus der Kammer. "Von einer menschlichen Katastrophe" spricht der Betriebsrat. An der Kammerspitze nennt man die Einsparungen nötig. Auch die 9 Länderkammern sollen sparen. Bis Herbst soll Klarheit beim Jobabbau herrschen.

690 Millionen Euro aus Kammerumlage 1 und 2

Aus den Kammerumlagen 1 und 2 erhielt die Wirtschaftskammer als Gesamtorganisation (alle 10 Kammern) im Jahr 2024 volle 690 Millionen Euro.

Die Wirtschaftskammer Österreich als Bundeskammer erhielt aus diesen beiden Umlagen 247,7 Millionen Euro im Jahr 2024. Die Einnahmen für 2025 werden erst im Juni veröffentlicht.

Weiteres Geld erhält die Kammer in den verschiedenen Fachverbänden und Innungen: Wie dieses Geld, dass innerhalb einer Innung - etwa jener der Rauchfangkehrer und Bestatter - verwendet wird, entscheidet die jeweilige Innung.

Viele Millionen Euro leitet die Wirtschaftskammer auch an Förderungen an Unternehmen weiter - das ist Steuergeld, das vom Ministerium freigegeben wird.

Die Kammerumlage 1 betrifft fast alle Unternehmen, die eine bestimmte Umsatzgröße überschreiten. Das Besondere daran ist, dass sie nicht direkt vom Gewinn oder Umsatz berechnet wird, sondern im Wesentlichen von den erhaltenen Lieferantenrechnungen (Vorsteuern).
Wer muss zahlen? Alle WKO-Mitglieder, deren steuerbarer Netto-Jahresumsatz in Österreich mehr als 150.000 Euro beträgt.

Die Kammerumlage 2 betrifft Unternehmen, die Mitarbeiter beschäftigen. In der Lohnverrechnung ist sie auch unter dem Namen Dienstgeberzuschlag (DZ) zum Dienstgeberbeitrag bekannt.

Insgesamt beschäftigt die Kammer 12.000 Funktionäre in 1000 Gremien und hat österreichweit rund 5500 Mitarbeiter. 55 Präsidenten und Vizepräsidenten gibt es österreichweit in den zehn Kammern.

Job-Abbau in den Landeskammern

Die Wirtschaftskammer Oberösterreich könnte in den kommenden Jahren gut 10 Prozent ihrer Belegschaft abbauen. Wie die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) am Freitag berichteten, sollen 50 der derzeit rund 400 Vollzeitäquivalente bis 2029 gestrichen werden.

Die Wirtschaftskammer Niederösterreich will in den kommenden fünf Jahren 15 Prozent beim Personal- und Sachaufwand einsparen. Die Reduktion bei den Beschäftigten soll durch Nicht-Nachbesetzungen von Pensionierungen und Fluktuationen im Umfang von rund 100 Mitarbeitenden erreicht werden, teilte Präsident Wolfgang Ecker am Freitag mit.

Derzeit verfügt die Wirtschaftskammer Niederösterreich über insgesamt 950 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Rund 650 Beschäftigte werden dabei über Kammerumlagen finanziert, hier sollen in den nächsten Jahren rund 100 Stellen nicht nachbesetzt werden.

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