Die belgische Ardo-Gruppe hat das Hilfspaket der Regierung abgelehnt. Das Aus scheint damit besiegelt. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) ist darüber „sehr enttäuscht”. Die Schließung scheint nach einem ablehnendem Brief des Unternehmens an die Politik besiegelt.
Er fordert einen „Schulterschluss” von Bauern, Verarbeitern und Konsumenten. Hilfen für die Gemüsebauern werden geprüft.
Zahlen-Streit
Ardo nennt Verluste von fünf Millionen Euro pro Jahr seit 2023. Rund 50 Millionen Euro hat der Konzern investiert. Totschnig sagte am Montag am Rande des Treffens der EU-Umweltministerinnen und -minister in Luxemburg: „Bei den Zahlen haben wir andere Einschätzungen.”
Ende August 2027 ist Schluss. 190 Beschäftigte und 50 Leiharbeiter sind betroffen.
Handel reagiert
Iglo sucht „aktiv nach Wegen”, Marchfeld-Gemüse weiter in der Region zu verarbeiten. Rewe versichert: Die Versorgung ist gesichert. Gemeinsam mit der niederösterreichischen Landesregierung, allen Stakeholdern und den betroffenen Bauern müsse an einer Perspektive gearbeitet werden, alle sollten an einen Tisch geholt werden.
Für finanzielle Hilfen für die Gemüsebäuerinnen und -bauern würden Möglichkeiten geprüft. "Es gibt Gespräche mit den verschiedensten Persönlichkeiten", hielt Totschnig zu Übernahmemöglichkeiten von Efko fest.
Das Ardo-Tiefkühlgemüsewerk in Groß-Enzersdorf produziert etwa für Iglo und die Tiefkühl-Eigenmarken von Billa, Hofer und Spar. Ardo hat 2025 in Niederösterreich eigenen Angaben zufolge die Erzeugnisse von rund 270 Bauern verarbeitet. Die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG), die für Ardo produziert, hat 500 Mitgliedsbetriebe.
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