In der niederländischen Provinz Nordbrabant führen die Schwestern Petra und Margriet Maassen in der ortsansässigen Gemeinde Wanroij ihren Familienbetrieb bereits in der achten Generation. Während im Umfeld vor allem während der Energiekrise viele kleine Betriebe schließen mussten, hält sich die Dorfbäckerei weiter. Mit Sorge beobachten die Betreiberinnen jedoch, wie immer mehr große Ketten den Markt übernehmen. Laut Petra Maassen sahen sie einen Bäcker nach dem anderen wegfallen. Große Anbieter profitieren von zentralen Backstuben sowie standardisierten Abläufen und können dadurch auch ungelerntes Personal einsetzen, während der Betrieb in Wanroij weiterhin auf traditionelles Handwerk und Ausbildung setzt.
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Druck auf kleine Handwerksbetriebe
Die gestiegenen Betriebskosten machen sich auch beim Endpreis bemerkbar. Ein Vollkornbrot kostet in der Dorfbäckerei mittlerweile 3,50 Euro. Margriet Maassen erklärte gegenüber der Lokalzeitung "De Gelderlander", dass sie sich manchmal schäme, wenn sie sehe, wie viel für ein Brot verlangt werden müsse. Wenn sie jedoch alles zusammenrechne, könne sie nicht anders. Trotz des Branchenweiten Fachkräftemangels hat das Unternehmen bislang genügend Personal gefunden. Margriet Maassen wechselte 2011 selbst aus einem Bürojob in die Backstube. An der Grundausrichtung soll sich nichts ändern, da der Betrieb bewusst nicht wachsen wolle.
Lebensmittel und Backwaren teurer
Die Preisentwicklung betrifft nicht nur einzelne Betriebe. Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) belegen, dass die Lebensmittelpreise zwischen 2021 und 2025 insgesamt um fast 32 Prozent gestiegen sind. Während sich Butter und Milchprodukte zeitweise stark verteuerten und später wieder günstiger wurden, stieg der Preis für Obst seit 2021 kontinuierlich um 22,5 Prozent. Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen zudem, dass der Preisindex für Brot und Backwaren seit 2020 um mehr als 40 Prozent zulegte, während Mehl und Getreideerzeugnisse im selben Zeitraum um knapp 50 Prozent teurer wurden.
Sonntagszuschlag bei Bäckereiketten
In manchen Betrieben führen die Personalkosten zu weiteren Preisanpassungen am Wochenende. Nach Angaben des Fachmagazins "Brot und Backwaren" führte die Bäckereikette Terbuyken aus Nordrhein-Westfalen im März 2025 einen Sonn- und Feiertagszuschlag von zehn Prozent ein. Dies bedeutet beim klassischen Brötchen einen Aufpreis von vier Cent. Geschäftsführer Peter Terbuyken begründet den Schritt mit übertariflichen Löhnen sowie Sonntagszuschlägen von 50 Prozent und Feiertagszuschlägen von 100 Prozent für die Belegschaft.
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