Bahn-Blamage

Das ist bitter: Wiener Bahnhof fast schlechtester in ganz Europa

Moderner Bahnhof mit einem ÖBB-Zug und wartenden Menschen am Bahnsteig in Wien Hauptbahnhof.
© Getty Images
Wer regelmäßig mit dem Zug reist, weiß: Bahnhof ist nicht gleich Bahnhof. Das zeigt auch das neueste Ranking der 60 meistgenutzten Bahnhöfe Europas – mit einem ernüchternden Ergebnis für Österreich.
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Der European Railway Station Index 2026 ist da. Das Ranking nimmt die 60 verkehrsreichsten Bahnhöfe Europas, gemessen am Fahrgastaufkommen, unter die Lupe und zeigt, wo Reisende das beste Bahnhofserlebnis erwartet. Bewertet werden unter anderem das Ticketangebot, die Anzahl an Shops und Restaurants, die Barrierefreiheit, das kostenlose WLAN sowie die Anbindung an Ridesharing-Dienste (wie Uber) und den öffentlichen Nahverkehr. Besonders bitter für Österreich: Die heimischen Bahnhöfe schneiden im Ranking enttäuschend ab.

Der beste Bahnhof Europas

Viele Bahngleise mit Zügen und Signalen am Hauptbahnhof Zürich an einem bewölkten Tag.
Zürcher Hauptbahnhof © Getty Images

Der Zürcher Hauptbahnhof kann seine Spitzenposition verteidigen. Mit 101 von 118 möglichen Punkten lässt er die europäische Konkurrenz hinter sich. Der Grund? Eine hohe Pünktlichkeit (nur 4,2 Prozent der Züge sind verspätet) und eine durchschnittliche Wartezeit von gerade einmal etwas über einer Minute.

Auf den Medaillenrängen zwei und drei folgen der Gare du Nord in Paris (100,5 Punkte) und Amsterdam Centraal (98,5 Punkte). Auch der Bahnhof in Bern glänzt und sichert sich den starken fünften Platz.

Österreichs Bahnhöfe stürzen ab

Menschen mit Koffern gehen zum Eingang des Wiener Hauptbahnhofs mit moderner Glasfassade.
Wiener Hauptbahnhof © Getty Images

Das Ranking 2026 fällt für Österreich deutlich schlechter aus als in den vergangenen Jahren. Während wir zuletzt regelmäßig einen Platz in den Top 10 erreichten, zeigt sich heuer ein anderes Bild. Die Ergebnisse sind entsprechend ernüchternd.

Der Wiener Hauptbahnhof, einst das stolze Aushängeschild, landet mit 74,5 Punkten nur noch auf einem enttäuschenden 29. Platz. Das bedeutet: graues Mittelfeld statt strahlender Spitze. Doch es kommt noch schlimmer: Der viel genutzte Bahnhof Wien Meidling rutscht komplett ab. Mit mickrigen 51,5 Punkten belegt der Verkehrsknotenpunkt Platz 59 – und ist damit offiziell der zweitschlechteste Bahnhof im gesamten europäischen Vergleich der 60 großen Stationen.

Wer ist noch schlechter?

Ein kleiner Trost: Der allerletzte Platz bleibt uns erspart – und zwar dank unserer deutschen Nachbarn, die in diesem Jahr ein echtes Bahndebakel erleben. Der Bremer Hauptbahnhof ist mit katastrophalen 47 Punkten Europas Schlusslicht. Direkt vor Meidling quetscht sich auf Platz 58 zudem der Dortmunder Hauptbahnhof (52 Punkte). Wien Meidling befindet sich also am absoluten Tabellenende in "bester" Gesellschaft deutscher Problem-Bahnhöfe.

Die 10 besten Bahnhöfe Europas 2026

  1. Zürich Hauptbahnhof, Zürich, Schweiz
  2. Gare du Nord, Paris, Frankreich
  3. Amsterdam Centraal, Amsterdam, Niederlande
  4. Wrocław Główny, Wrocław, Polen
  5. Bern Hauptbahnhof, Bern, Schweiz
  6. Gare Montparnasse, Paris, Frankreich
  7. Gare Saint-Lazare, Paris, Frankreich
  8. London Bridge, London, Großbritannien
  9. Kraków Główny, Kraków, Polen
  10. London St Pancras International, London, Großbritannien

Die 10 schlechtesten Bahnhöfe Europas 2026

  1. Bremen Hauptbahnhof, Bremen, Deutschland
  2. Wien Meidling, Wien, Österreich
  3. Dortmund Hauptbahnhof, Dortmund, Deutschland
  4. München Ostbahnhof, München, Deutschland
  5. Stuttgart Hauptbahnhof, Stuttgart, Deutschland
  6. Berlin Gesundbrunnen, Berlin, Deutschland & Essen Hauptbahnhof, Essen, Deutschland
  7. Torino Porta Nuova, Turin, Italien
  8. Roma Tiburtina, Rom, Italien
  9. Bologna Centrale, Bologna, Italien
  10. München Hauptbahnhof, München, Deutschland

Aber Vorsicht

Allzu ernst sollte man das Ranking nicht nehmen. Kritiker bemängeln seit Jahren, dass die Bahnhöfe darin teilweise eher nach den Maßstäben eines Einkaufszentrums bewertet werden. Faktoren wie Shops, Services und Komfort erhalten viel Gewicht, während die eigentliche Qualität des Bahnreisens aus Sicht der Fahrgäste nur unzureichend abgebildet wird.

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