ORF-Star legt nach

Anzeige nach Wolf-Posting: Jetzt prüft Thurnher

Armin Wolf.
© APA/KEYSTONE/URS FLUEELER
ORF-Chefin Ingrid Thurnher reagiert jetzt auf das derbe Social Media Posting von "ZiB2"-Anchor Armin Wolf.
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Als Herausgeberin einer "rassistischen Fake-News-Schleuder" bezeichnete ORF-Moderator Armin Wolf am Wochenende die "Exxpress"-Gründerin Eva Schütz. Für Wolf sei es unverständlich, dass sie vom Vize-Stiftungsratschef Gregor Schütze für das Hearing am Donnerstag nominiert worden sei. Schütz hat sich bekanntlich für den ORF-Chefposten beworben.

Der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat Peter Westenthaler brachte daraufhin eine Anzeige bei der aktuellen ORF-Chefin, Ingrid Thurnher, ein. Denn: Westenthaler vermutet, dass Wolf gegen den ORF-Ethikkodex verstoßen haben könne. oe24 berichtete. Thurnher soll das prüfen, so die Forderung.

Ingrid Thurnher.
ORF-Chefin Thurnher. © APA/EXPA/ JOHANN GRODER

Thurnher hat laut "Kurier" nun tatsächlich eine Prüfung des Postings veranlasst. Wolf selbst hat mittlerweile ebenso auf die Aufregung reagiert.

So verteidigt Wolf sein Posting

"Herr Westenthaler und die FPÖ sind sehr entrüstet, dass ich Frau Schütz als Herausgeberin einer 'rassistischen' Website bezeichnet habe.. Offensichtlich haben sie nicht bis zum angehängten Screenshot der groß auf ihrer Website präsentierten "Top Kommentare der letzten Woche" gelesen", schreibt Wolf auf Bluesky.

Wolf hat vor einigen Tagen einen Screenshot der "Exxpress"-Seite gepostet, auf dem derbe Kommentare von Leserinnen und Lesern zu sehen sind. Unter anderem wird dort der umstrittene Begriff "Remigration" verwendet.

Dass er den "Exxpress" als "Fake-News-Schleuder" bezeichnete, sehe er durch zahlreiche Beispiele, die auf einem anderen Bluesky-Account dokumentiert würden, belegt. Daher sei sein Posting auch im Einklang mit den Social-Media-Leitlinien, in denen es heißt: "Öffentliche Äußerungen, die kritische Auseinandersetzungen oder persönliche Wertungen (Zustimmung, Ablehnung) über Dritte enthalten, sind stets sachlich zu halten und zu begründen."

Peter Westenthaler. © APA/GEORG HOCHMUTH
Westenthaler verwies in seiner Anzeige an Thurnher auf den Punkt 3.2.1 im ORF-Ethikkodex. Darin heißt es:
Auch bei der Nutzung sozialer Medien ist der Eindruck maßgeblich, der durch Äußerungen in der öffentlichen Wahrnehmung entsteht. Bei öffentlichen beruflichen und privaten Äußerungen in sozialen Medien ist daher Folgendes zu beachten:
-- Die Werte, Grundsätze und Interessen des ORF als öffentlich-rechtliches Medium, insbesondere in Bezug auf Objektivität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit, sind zu berücksichtigen und zu achten.
-- Keinesfalls dürfen öffentliche Äußerungen geeignet sein, Zweifel an der Objektivität, Unparteilichkeit oder Unabhängigkeit des ORF aufkommen zu lassen.
--Öffentliche Äußerungen, die kritische Auseinandersetzungen oder persönliche Wertungen (Zustimmung, Ablehnung) über Dritte enthalten, sind stets sachlich zu halten und zu begründen.
Wie in anderen Bereichen des Ethikkodex gilt auch hier: Je exponierter Mitarbeitende und Führungskräfte in der Öffentlichkeit sind, desto sensibler und umso kritischer sind deren Social-Media-Äußerungen zu beurteilen.

ORF-Redaktionssprecher: "Sachlich begründet"

"Es steht jedem frei, Prüfungen zu verlangen", so ORF-Redaktionssprecher Dieter Bornemann zu der Causa. Für ihn sei aber klar, dass Wolf sein Posting "sachlich begründet durch einen angehängten Screenshot mit rassistischen Kommentaren auf der Plattform exxpress.at".

Kickl: "An Überheblichkeit nicht zu überbieten"

Scharfe Kritik kam jedenfalls bereits von der FPÖ. "Das System ORF zeigt hier seine hässliche Fratze der Intoleranz gegenüber jedem, der nicht auf Linie ist“, so etwa FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker.

"Die jüngsten Aussagen von ORF-Moderator Armin Wolf sind an Überheblichkeit und Scheinheiligkeit nicht zu überbieten", schrieb FPÖ-Chef Herbert Kickl.

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