Simon Schütz in der ZiB2

Experte über VW-Krise: "Nicht mehr wettbewerbsfähig"

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Auto-Hersteller VW steckt in der großen Krise. Mehrere Werke müssen wohl schon bald geschlossen werden. In der ZiB2 war Simon Schütz vom deutschen Verband der Automobilindustrie zu Gast.
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Die Krise bei Volkswagen spitzt sich dramatisch zu. Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg wurde Konzernchef Oliver Blume von über 10.000 wütenden Beschäftigten mit gellenden Pfiffen empfangen. Grund ist der drakonische Sparkurs des Managements, das zur Kostenreduktion Werksschließungen und den Abbau von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen in Aussicht stellt. Blume verwies auf globalen Druck durch US-Zölle, geopolitische Risiken und den Einbruch des China-Marktes.

Die Belegschaft leistet erbitterten Widerstand. Betriebsratschefin Daniela Cavallo warf Blume vor, Existenzängste für den Aktienkurs zu missbrauchen und Details schuldig zu bleiben. Auch die Gewerkschaft IG Metall droht mit einem beispiellos harten Konflikt. Unterstützung kommt aus der Politik: Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies lehnt Werksschließungen ab und fordert alternative Konzepte wie Rüstungsproduktion. Am 4. September entscheidet der Aufsichtsrat über den Umbauplan.

In der ZiB2 schlug Simon Schütz, Vertreter der deutschen Automobilindustrie, Alarm: "Die Zeiten sind nicht einfach, die Welt hat sich verändert. Der deutsche Standort hat mit den internationalen Standards nicht mitgehalten." Für den Fachmann ist nun die VW-Spitze und die Politik am Zug.

Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig

Die US-Zölle allein können für den gravierenden Gewinneinbruch nicht allein verantwortlich sein. Das Fazit des Automobilverband-Sprechers fällt knallhart aus: "Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig." Die Verkaufszahlen in Europa sind zwar weiterhin gut, allerdings sei vor allem der asiatische Markt und die USA ein großes Problem. Schütz: "Wir möchten in die ganze Welt exportieren."

Das Volkswagen-Logo ist auf dem Dach eines Backsteingebäudes bei klarem, blauem Himmel zu sehen.
VW steckt tief in der Krise. © APA/dpa/Stefan Rampfel

Allerdings sieht er ein allgemeines Problem in der allgemeinen europäischen Auto-Industrie und nicht die Sorgen einzelner Werke. "Wir haben uns nicht für den technologieoffenen Weg entschieden", schießt er weiter scharf gegen die Entscheidungsträger.

Für den Vertreter geht es auch darum, auf lange Sicht die Arbeitsplätze zu sichern. Er sieht "ein Problem des Standortes", wenn sich ein Konzern gegen ein Werk in Europa, konkret in Deutschland, entscheidet und lieber in Asien oder den USA versucht, Fuß zu fassen.

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