60.000 Euro Schaden

Feuerwehrmann im Brandstifter-Verdacht

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Er wollte offenbar unbedingt zu Einsätzen ausrücken – und soll dafür selbst Feuer gelegt haben. Ein 21-jähriger Nachwuchs-Feuerwehrmann muss sich in München wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht verantworten.
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Für ihn war die Feuerwehr offenbar mehr als nur ein Hobby. Doch aus seiner Leidenschaft soll eine gefährliche Besessenheit geworden sein: Ein 21-Jähriger soll mehrfach selbst Brände gelegt haben, um anschließend beim Löschen dabei zu sein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vier Fälle vor. Der entstandene Schaden soll mehr als 60.000 Euro betragen.

Vier Brände innerhalb eines Jahres

Am Montag begann der Prozess gegen Marco M. vor dem Amtsgericht München. Im Jahr 2023 soll er laut Anklage zweimal Bauschutt- und Müllcontainer in der Nähe seines Wohnortes angezündet haben. Außerdem soll er eine Grünfläche in Brand gesetzt haben. Ende des Jahres soll er schließlich ein Kellerabteil in seinem eigenen Wohnkomplex im Münchner Süden angezündet haben.

Zu dieser Zeit hatte der Angeklagte bei einer Freiwilligen Feuerwehr Prüfungen abgelegt, um bei Löscharbeiten möglichst weit vorne eingesetzt werden zu können. Bei den Einsätzen sei er auffällig oft früh vor Ort gewesen. "Einer der Ersten am Gerätehaus" sei er gewesen und habe bereits nähere Informationen zum Brandgeschehen gehabt, berichtete ein ermittelnder Kriminalbeamter als Zeuge.

50.000 Euro Schaden bei Kellerbrand

Verdacht schöpfte schließlich der Kommandant der örtlichen Feuerwehr. Bei einer Befragung soll sich der junge Mann in Widersprüche verwickelt haben. Nach dem Brand im Keller des Wohnhauses des 21-Jährigen wandte sich der Feuerwehr-Chef an die Polizei.

Der Kellerbrand richtete besonders großen Schaden an: Ein Abteil brannte vollständig aus. Laut dem Kriminalbeamten sollen Kartonagen angezündet und in einen Holzverschlag geschoben worden sein. Der Schaden wird auf rund 50.000 Euro geschätzt.

Auch Internetrecherchen des Angeklagten zu den Begriffen "Brandstiftung" und "Strafe" wurden im Prozess angesprochen. Zudem hätten nur Bewohner mit einem Schlüssel Zugang zum Keller und zum Müllhäuschen gehabt, erklärte der Beamte.

Angeklagter schweigt zu den Vorwürfen

Zu den Anschuldigungen äußerte sich Marco M. vor Gericht nicht. Seine Verteidigerin Pia Landau verwies darauf, dass ihr Mandant eine Ausbildung mache, noch bei seinen Eltern wohne und in seiner Freizeit Videospiele spiele sowie Lego sammle. Zugleich stellte sie die Ermittlungen infrage: Der Verdacht habe sich ausschließlich gegen ihren Mandanten gerichtet, obwohl es keine offenen Ermittlungsansätze gegeben habe.

Der Nachwuchs-Feuerwehrmann wurde vom Kommandanten suspendiert. Zwei weitere Verhandlungstage sind angesetzt. Bei einer Verurteilung könnten neben strafrechtlichen Folgen auch hohe Schadenersatzforderungen auf den 21-Jährigen zukommen.

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