Wetter

Horror-Warnung vor Mega-El Niño

Globale Ansicht der Erde mit farblich markiertem El Niño-Gebiet im tropischen Pazifik.
© Getty Images/Science Photo Libra
Das Wetterphänomen El Niño dürfte beispiellose Stärke erreichen. Die Vereinten Nationen haben am Mittwoch daher zu gemeinsamen Schutzvorkehrungen für die am stärksten betroffenen Menschen aufgerufen.
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"Heute richten wir einen gemeinsamen Appell an die internationale Gemeinschaft, dringend und koordiniert vorausschauend zu handeln", erklärte die Generalsekretärin der Weltmeteorologieorganisation (WMO), Celeste Saulo, am Mittwoch in Genf.

"Wir können El Niño nicht aufhalten, aber wir können viele seiner schlimmsten Folgen für die Menschen verhindern", so Saulo. In den vergangenen 40 Jahren, in denen Daten erhoben wurden, habe es noch nie so hohe Meerestemperaturen im tropischen Pazifik gegeben, sagte die Generalsekretärin. Die Temperatur im Pazifik könne nach den Modellrechnungen 3,8 Grad über dem langjährigen Mittel erreichen. Die bisher höchste Abweichung habe bei etwa drei Grad gelegen.

Von einem El Niño werde bereits ab 0,5 Grad über normal gesprochen, so Saulo. Das alle paar Jahre natürlich auftretende Wetterphänomen sorgt je nach Weltregion für Dürre oder sehr starke Regenfälle. Europa ist von den Auswirkungen weniger betroffen.

UNO-Nothilfekoordinator: Finanzierungen freigeben

UNO-Nothilfekoordinator Tom Fletcher rief Staaten, Entwicklungsbanken und internationale Finanzinstitute auf, "Finanzierungen unter diesem Gesichtspunkt freizugeben, bevor die Schäden eintreten und nicht danach". Üblicherweise tritt das Phänomen El Niño alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert zwischen neun und zwölf Monate an. In Kombination drohen der menschengemachte Klimawandel und El Niño Experten zufolge 2027 zum weltweit heißesten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen zu machen.

Im zentralen und östlichen Pazifik nahe des Äquators, der Kernregion eines El Niño, stieg die Temperatur der Meeresoberfläche im Zuge des aktuellen El Niño laut WMO-Angaben vom Monatsbeginn von 1,6 Grad über dem Normalwert im Juni auf 2,5 Grad über dem Normalwert im August. Der gegenwärtige El Niño trifft einige Erdregionen bereits hart, darunter Zentralamerika, wo Tiere und Ernten wegen der Dürre zugrunde gehen. Seinen Höhepunkt erreicht ein El Niño in der Regel zwischen November und Februar, der daraus resultierende Temperaturanstieg macht sich typischerweise aber erst später bemerkbar.

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