Wien. Die Ermittlungen gegen Star-Kabarettist Günther Paal (64), die als oe24 als erste Medium aufdeckte, schlugen in Österreich ein, wie eine Bombe - das Beben ging auch über die Grenzen hinaus.
Am Donnerstag steht Gunkl, so sein Bühnen-Name, wegen Kindesmissbrauch vor Gericht und muss sich im Großen Schwurgerichtssaal des Landesgerichts in Wien den Vorwürfen stellen. Er bekannte sich gegenüber Polizei mittels Selbstanzeige und auch später in der Einvernahme wie auch via Facebook-Video bereits schuldig.
Stern, Bild-Zeitung und viele andere vor Ort
Der Prozess ist ab 10 Uhr für 3,5 Stunden anberaumt - und wird am selben Tag wohl in einem Urteil enden. Paal, der seit Bekanntwerden der Anklage in einem Wiener Spital behandelt wurde und untergetaucht ist, erwartet ein wahres Blitzlichtgewitter.
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Denn wie Christina Salzborn, Sprecherin des Landesgerichts Wien gegenüber oe24 erklärt, haben sich viele Medien für den Prozess angemeldet. So werden vom Magazin Stern über die Bild-Zeitung bis hin zu internationalen Nachrichtenagentur Reuters dutzende Journalisten die Verhandlung verfolgen.
Schaulustiger: "Will ihn wimmern und betteln hören"
"Natürlich wird es auch Polizeiunterstützung geben. Jeder muss, wie bei jedem Prozess am Landesgericht durch die Sicherheitskontrolle", erklärt Salzborn weiter. Auch einige Schaulustige sind vor Ort.
So postet einer von ihnen vorab: "Ich will den Abschaum wimmern und betteln hören". Und weiter: "Ich nehme sicherheitshalber ein Speibsackerl mit."
Mutter und Oma des Kindes wegen Erpressung angeklagt
Denn: Nicht nur Paal steht an diesem Tag vor Gericht, weil er zugegeben hatte, eine damals Dreijährige auf "die Scheide geküsst" zu haben und bei ihm auf Computern zahlreiche - laut seinem Anwalt Florian Höllwarth - vor Jahren downgeloadete Kinderpornos gefunden wurden. Sondern auch zwei Damen aus dem Gewerbe, mit denen Paal eine Dreiecksbeziehung führte - wohl gemerkt gegen Geld und Geschenke.
Als Paal das Geld ausging wurde er von der Mutter des missbrauchten Kindes und dessen Oma - mit beiden hatte Gaal eine Affäre - mit angeblichen Fotos der Tat erpresst. So lange, bis er sich selbst bei der Polizei anzeigte - und der Fall ins Rollen kam.
Den beiden Frauen drohen wegen Erpressung bis zu 10 Jahre Haft - Paal könnte wegen Unbescholtenheit und auch seines Geständnisses eine Bewährungsstrafe bekommen und noch am selben Tag als freier Mann aus dem Gerichtssaal spazieren. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Ein mildes Urteil wird jedenfalls wieder die Wogen hoch gehen lassen.
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