"Gackerl-Sackerl"

Jetzt kommt das Pinkel-Flascherl für Wiens Hunde

Ein Mann geht mit einem braunen Hund an der Leine auf einem Weg spazieren.
© Getty Images
Im Bezirksamt kann ab Montag gratis eine Wasserflasche abgeholt werden.
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Wien. Im dicht bebauten Wiener Bezirk Neubau leben rund 600 Hunde, die dort täglich ihr Geschäft verrichten. Was für die Tiere ein natürlicher Kommunikationsakt ist, bedeutet für Stadtbäume jedoch Stress. Deshalb wurde dort das Projekt "Schönes Gassi" ins Leben gerufen, wo neben den bereits gängigen "Sackerl fürs Gackerl" ab Montag im Bezirksamt gratis eine Wasserflasche abgeholt werden, um damit den Urin wegzuspülen.

Der Urin der Tiere verätzt die Rinde, schwächt die Schutzschicht und kann dazu führen, dass Krankheitserreger oder Pilze in den Stamm eindringen, sagten die Initiatorinnen der APA. Fäulnis und im schlimmsten Fall eine gefährdete Standfestigkeit sind die Folge.

In Neubau seien in den vergangenen zehn Jahren rund 200 neue Bäume gepflanzt worden - jeder einzelne davon sei wichtig für Schatten, Kühlung und ein angenehmes Mikroklima. Junge und bestehende Bäume sowie alle Grünzonen brauchen Schutz. Deshalb wurde gemeinsam mit dem Grätzllabor Neubau das Projekt "Schönes Gassi" entwickelt.

“"Das ist keine Einschränkung ihres Wohlbefindens, sondern eine Frage der Gewöhnung und Erziehung"”

Hundetrainerin Conny Sporrer

"Es ist ein Irrglaube, dass Hunde bei jedem Spaziergang unzählige Male das Bein heben bzw. markieren müssen. Hunde können sehr wohl lernen, wo sie sich erleichtern dürfen und wo nicht. Das ist keine Einschränkung ihres Wohlbefindens, sondern eine Frage der Gewöhnung und Erziehung", sagte Hundetrainerin Conny Sporrer.

Ein älterer Mann reinigt mit Wasser den Urin seines Hundes auf einem Bürgersteig.
Ein älterer Mann spült beim Gassigehen im Stadtzentrum von Livorno (Italien) mit einer Wasserflasche den Urin seines Hundes weg. Der Stadtrat von Livorno droht Hundebesitzern mit Strafen von bis zu 500 Euro, wenn sie öffentliche Plätze, an denen ihre Tiere uriniert haben, nicht reinigen. Die neue Verordnung wurde durch Beschwerden von Anwohnern nach einem Anstieg der Zahl von Haustieren in der italienischen Hafenstadt veranlasst. © Getty Images

Die Methode mit dem "Flascherl" wird bereits in Spanien, Japan, Italien und der Schweiz angewandt. Hundebesitzerinnen und -besitzer nehmen eine kleine Flasche mit Leitungswasser mit und verdünnen den Urin ihres Hundes direkt nach dem Absetzen. Frischer Urin sei sehr gut wasserlöslich - die Verdünnung reduziert die Konzentration von Ammoniak und anderen schädlichen Stoffen deutlich.

Reduktion der Geruchsbelastung

"Wir brauchen in Wien weder eine Stadt voller Hundeverbote noch eine Stadt, in der Hunde überall hinpinkeln dürfen. Was wir brauchen, sind Rücksichtnahme, Aufklärung und ausreichend geeignete Möglichkeiten für Hunde, sich zu lösen", erklärte Sporrer. Neben dem Schutz für Bäume bedeutet die Aktion auch eine Reduktion der Geruchsbelastung in den Straßen und Gassen.

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