Runter vom Gas

Kommt jetzt Tempo 30 am Gürtel?

Demonstrierende halten Tempo-30-Schilder auf einer Straße in einer Stadt.
© oliver topf
Weniger Lärm, sauberere Luft und mehr Lebensqualität: Die Initiative "Gürtelliebe" fordert mit ihrer Petition ein Tempolimit von 30 km/h am Wiener Gürtel.
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Täglich rollen 70.000 Fahrzeuge über den Gürtel, der damit zu den meistbefahrenen Straßen der Bundeshauptstadt zählt. Wie im Stadtgebiet üblich, gilt auch hier ein Tempolimit von 50 km/h. Zu viel, wie die Initiative "Gürtelliebe" befindet. Um die essenzielle Wiener Verkehrsader lebenswerter zu machen, fordert sie künftig Tempo 30. Unterstützer des Vorhabens können eine Online-Petition unterzeichnen - stand heute (28.8.2026) wurden über 1.000 Unterschriften gesammelt.

Die Initiative besteht aus Anrainern und Unterstützern entlang des Gürtels, die sich seit Jahren für Veränderungen stark machen - unter anderem für mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer sowie eine stärkere Begrünung der Straße. Auf ihrer Website nennt "Gürtelliebe" folgende sieben Gründe für Tempo 30 am Gürtel:

  1. Weniger Lärm
  2. Weniger Stau
  3. Bessere Luft
  4. Effektiv gegen Raser
  5. Weniger Unfälle und Verletzte
  6. Mehr Gesundheit für 80.000 Anrainer
  7. Mehr Aufenthaltsqualität für alle
Menschen laufen bei einer Demonstration auf der Straße und halten Tempo-30-Schilder hoch.
Initiative Tempo 30 für den Wiener Gürtel. © EMANUEL SCHI

Stadt Wien dämpft Optimismus

Das Vorhaben dürfte allerdings nur schwer umsetzbar sein. Als wichtige Durchzugsroute ist der Gürtel Teil des übergeordneten Straßennetzes. Bevor eine Temporeduzierung beschlossen werden könnte, wären erst umfassende Prüfungen zu Verkehrssicherheit, Verkehrsfluss sowie rechtliche Genehmigungsverfahren notwendig.

Dabei stehen vor allem die Folgen für Pendler und den Wirtschaftsverkehr im Fokus. Es ist anzunehmen, dass die Verkehrsteilnehmer verstärkt auf Nebenstraßen und durch Wohngebiete ausweichen würden. "Das heißt, ich würde am Gürtel Verkehr reduzieren mit Tempo 30, aber zu dem Preis, dass ich im Wohngebiet wieder mehr Verkehr habe", erklärt Markus Raab, Chef der Abteilung für Verkehrsorganisation (MA 46), im ORF.

Trotz dieser großen Hürden gibt sich die Initiative weiter kämpferisch und hofft, den Verkehr am Gürtel eines Tages doch noch einbremsen zu können.

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