Brust-Check wird zum Herz-Check
Israelische Wissenschafter analysierten fast 100.000 Mammografien von rund 30.000 Frauen. Ein KI-Modell wurde darauf trainiert, anhand der Bilder unter anderem Hinweise auf Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit und einen bereits erlittenen Schlaganfall zu erkennen.
Die Ergebnisse sind überraschend: Das Modell erreichte bei Bluthochdruck einen AUROC-Wert von 0,79, bei koronarer Herzkrankheit 0,78 und bei früheren Schlaganfällen sogar 0,86. Ein Wert von 0,5 würde dabei einem Zufallstreffer entsprechen, 1,0 einer perfekten Vorhersage.
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Keine zusätzliche Untersuchung nötig?
Der mögliche Vorteil: Die Mammografie wird ohnehin regelmäßig zur Brustkrebs-Früherkennung eingesetzt. Die vorhandenen Bilder könnten laut den Forschern daher zusätzlich für Informationen über das Herz-Kreislauf-Risiko ausgewertet werden – ohne eine weitere bildgebende Untersuchung.
"Das könnte präventive Strategien ermöglichen", erklärte Studienautorin Viana Copeland vom Chaim Sheba Medical Center in Tel Aviv.
Noch ist die Methode allerdings nicht für den Einsatz im Alltag bereit. Die Forscher wollen die Genauigkeit weiter verbessern und insbesondere falsch-positive und falsch-negative Ergebnisse reduzieren.
Auch Lungen-CT zeigt Herzrisiko
Einen ähnlichen Zusatznutzen fanden kanadische Forscher bereits beim Lungenkrebs-Screening. Bei 1.486 Personen zeigte sich in Niedrig-Dosis-CTs häufig eine Verkalkung der Herzkranzgefäße.
Eine starke Verkalkung war während der durchschnittlich 50-monatigen Beobachtung mit einer etwa doppelt so hohen Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Die Gesamtsterblichkeit lag sogar um den Faktor 2,39 höher.
Für Österreich ist das ebenfalls interessant: Experten fordern seit Jahren ein Lungenkrebs-Screening für starke Raucher – bisher gibt es ein solches Programm hierzulande aber nicht.
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