Wetter-Extreme

Meteorologe warnt: "So etwas hat die Wetterwelt noch nicht erlebt"

Satellitenbild mit drei Wirbelstürmen vor der Westküste der USA und Mexikos über dem Pazifik.
© APA/AFP/CIRA/CSU/HANDOUT (Archivbild)
Die Auswirkungen sind verheerend.
OE24 auf Google bevorzugen

Der Pazifik erwärmt sich außergewöhnlich stark. Der aktuelle El Niño könnte neue Rekorde aufstellen und die globale Wetterentwicklung in den kommenden Monaten beeinflussen. Meteorologe Dominik Jung spricht von einer Entwicklung historischen Ausmaßes. Doch was bedeutet das für den Winter in Österreich?

"So etwas hat die Wetterwelt noch nicht erlebt", schreibt Jung in seiner Wetterkolumne bei op-online.. Im tropischen Pazifik seien die Wassertemperaturen bereits im September ungewöhnlich stark angestiegen. Bis zum Dezember könnte sich die Erwärmung nach Einschätzung einiger Wettermodelle weiter verstärken. Jung warnt: "Das wäre kein knapper Rekord mehr, das wäre ein Erdrutsch."

Grafik zeigt die Auswirkungen von El Nino auf Meeresströmungen und Wetter im Pazifikraum.
© APA

El Niño entsteht durch eine ungewöhnliche Erwärmung des tropischen Pazifiks und beeinflusst die Luftströmungen rund um den Globus. In manchen Regionen steigt dadurch das Risiko für Dürren und Waldbrände, andernorts können heftige Niederschläge und Überschwemmungen auftreten. Auch Europa kann indirekt betroffen sein.

Droht ein Winter-Knall?

Für Österreich lässt sich daraus allerdings noch keine konkrete Winterprognose ableiten. Laut Jung verliefen Winter nach starken El-Niño-Ereignissen in Europa häufig zunächst mild, nass und stürmisch. Im Jänner und Februar könne zugleich die Wahrscheinlichkeit für Kälteeinbrüche aus Norden oder Osten steigen. Eine Garantie für einen solchen Verlauf gebe es jedoch nicht.

Älterer Mann schaufelt Schnee von einem Gehweg in einem verschneiten Wohngebiet.
© Getty Images

Für den Alpenraum sind zahlreiche weitere Faktoren entscheidend, darunter die großräumige Wetterzirkulation über Europa und die Entwicklung des Polarwirbels. Ob Österreich ein schneereicher Winter bevorsteht oder milde und niederschlagsreiche Phasen überwiegen, bleibt deshalb offen.

Jung sieht auch mögliche Auswirkungen auf die globale Temperaturentwicklung im Jahr 2027. Die zusätzliche Wärme im Pazifik könnte die weltweiten Temperaturen weiter steigen lassen. Wie stark sich das Wetterphänomen auf Österreich auswirkt, ist derzeit aber nicht zuverlässig abzuschätzen.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden