UNO

Millionen Menschen in der Ukraine droht Vertreibung

Der ukrainische Präsident Zelensky spricht per Video bei einer Pressekonferenz des Europäischen Rates.
© EPA
Mehrere Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer, die nach ihrer Flucht vor dem Krieg in ihre Heimat zurückgekehrt sind, könnten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in diesem Winter erneut vertrieben werden.
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Für Millionen Menschen stelle sich "nicht mehr nur die Frage, ob sie nach Hause zurückkehren können, sondern ob sie dort sicher bleiben können", erklärte am Freitag der Regionaldirektor der IOM für Europa und Zentralasien, Arthur Erken.

Beschädigte Wohnungen, wiederholte Angriffe auf Energieinfrastruktur und unerschwingliche Heizkosten veranlassen laut IOM viele Familien in der Ukraine, eine erneute Flucht aus ihrem Zuhause in Erwägung zu ziehen. "Die Absicht, erneut aufzubrechen, ist bei den in den vergangenen drei Monaten Zurückgekehrten am höchsten", erklärte die UN-Organisation.

Fast 3,6 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine vertrieben

Fast 3,6 Millionen Menschen sind nach Angaben der IOM weiterhin innerhalb der Ukraine vertrieben, während etwa 3,8 Millionen Menschen nach ihrer Vertreibung seit Beginn des Krieges im Februar 2022 an ihren Wohnort zurückgekehrt sind. Rund 1,45 Millionen Menschen, die in ihre Heimat zurückgekehrt sind, leben nun in Gebieten nahe der Frontlinie, darunter 565.000 in der Region Charkiw.

In der vergangenen Kälteperiode gaben nur 32 Prozent der Haushalte an, ihre Wohnung ausreichend beheizen zu können, in frontnahen Gebieten war es nur einer von vier Haushalten, wie die IOM erklärte. Viele der 2,1 Millionen älteren Menschen, die landesweit allein in Mehrfamilienhäusern leben, sind demnach besonders anfällig für längere Unterbrechungen der Heiz- und Stromversorgung.

Die UNO-Organisation rief zu dringender Unterstützung auf, um "beschädigte Wohnungen zu reparieren, die Isolierung zu verbessern und die essenziellen Dienstleistungen aufrechtzuerhalten". Die Organisation, deren Reaktionsplan auf die Krise in der Ukraine zu weniger als sieben Prozent finanziert ist, fordert zusätzliche Unterstützung, "bevor die winterlichen Bedingungen den bestehenden Bedarf verschärfen und noch mehr Familien einem Vertreibungsrisiko aussetzen".

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