Premiere für Rötzer

Neustart an der Josefstadt mit "Livekino im Theater"

Ein Mann trägt eine als Meerjungfrau verkleidete Frau auf einer Theaterbühne; beide tragen Kostüme.
© APA/HELMUT FOHRINGER
Nach 20 Jahren der Ära Föttinger übernimmt Marie Rötzer jetzt die Josefstadt. Zum Einstand beschert ihr Ildikó Gáspár am 3. September eine ungewöhnliche Adaption von Schnitzlers "Komödie der Verführung",
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Am 30. Juni verabschiedete sich Langzeitdirektor Herbert Föttinger mit dem Turrini Stück "Was für ein schönes Ende" von der Josefstadt. Jetzt legt dort Marie Rötzer als neue künstlerische Leiterin los. Und das gleich mit einem Paukenschlag. Regisseurin Ildikó Gáspár lässt bei ihrer ungewöhnlichen Adaption von Arthur Schnitzlers "Komödie der Verführung", das am 3. September zur Premiere kommt, auch Teile der "Csárdásfürstin“ einfließen.

Eine lächelnde Frau im schwarzen Blazer bei einer Pressekonferenz in Wien.
Marie Rötzer übernimmt nach 20Jahren Föttinger die Josefstadt. © APA/GEORG HOCHMUTH

"Wir machen Livekino im Theater. Ich löse die Grenze zwischen Realität und Fiktion gern auf, denn Parallelitäten mit der Wirklichkeit sind immer reizvoll" erklärt Gáspár ihren Zugang zu Schnitzlers selten gespieltem Stück, in dem Lebenshunger und Überdruss, Humor und Verzweiflung nebeneinanderstehen und nun auch Lieder aus "Der Csárdásfürstin" und Texte aus dem Wiener Kabarett eingebunden werden. "Auch um den Moment einfangen, in dem ein Krieg im Raum steht".

Eine Frau mit lockigem Haar und orangefarbener Bluse lächelt und blickt zur Seite.
Regisseurin Ildikó Gáspár liefert eine ungewöhnliche 'Komödie der Verführung'. © APA/JUDIT HORVÁTH
Theaterszene mit mehreren Schauspielern in ausdrucksstarken Posen auf einer Bühne.
Michaela Klamminger und Matthias Luckey in 'Komödie der Verführung'. © APA/HELMUT FOHRINGER
Drei Schauspieler:innen auf Theaterbühne in bunten Kostümen, Bühnennebel im Hintergrund.
Schnitzlers 'Komödie der Verführung' wird an der Josefstadt mit "Der Csárdásfürstin" und Texten aus dem Wiener Kabarett kominiert. © APA/HELMUT FOHRINGER

Damit wird an der Josefstadt ein Bild gezeichnet, das erschreckend heutig scheint. Die "Komödie der Verführung" ergründet die eskapistische Operettenseligkeit einer Gesellschaft, unter deren glitzernder Oberfläche die Risse einer ganzen Epoche hervortreten, einer Gesellschaft kurz vor ihrem moralischen und historischen Zusammenbruch. Gáspár will damit "Schnitzler aus der Komfortzone heraus holen"

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