ÖVP/FPÖ/NEOS vereint

Park-Umbau wirbelt ganzen Bezirk auf

Mehrere bemalte Tafeln mit Graffiti und Porträt im H.C.-Artmann-Park vor Wohnhäusern.
© Daniel Dutkowski
Die Neugestaltung des H.-C.-Artmann-Parks im 14. Wiener Gemeindebezirk sorgt schon im Vorfeld für mächtig Zündstoff. ÖVP, FPÖ und NEOS verlangen gemeinsam eine Bürgerversammlung, damit Anrainer sowie betroffene Geschäftsleute künftig stärker informiert und eingebunden werden.
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Rund neun Tennisplätze groß ist der H.-C.-Artmann-Park in Wien-Penzig, der Anfang 2027 umfassend umgestaltet werden soll. Die Kosten dafür dürften sich auf bis zu zwei Millionen Euro belaufen. Vorgesehen sind unter anderem mehr Grünflächen und Bäume, neue Aufenthalts- und Spielbereiche sowie die Modernisierung des Sportplatzes. Im Zuge dessen sollen allerdings etliche Parkplätze geopfert werden, da man Teile der angrenzenden Straßen in die Parkfläche integrieren will.

Drei Personen stehen im H.-C.-Artmann-Park neben einem Schild mit der Aufschrift „14. Schützplatz“.
ÖVP-Klubobmann DI Andreas Eisenbock mit Betroffenen im H.-C.-Artmann-Park. © ÖVP Penzing

ÖVP, FPÖ und NEOS sehen hier großen Informationsbedarf. Nach Rückmeldungen aus dem Grätzl hätten sich viele Bewohner und Geschäftsleute in den Entscheidungsprozess nicht ausreichend eingebunden gefühlt oder davon erst spät erfahren. Die drei Parteien fordern daher eine öffentliche Bürgerversammlung, die für mehr Transparenz sorgen soll. Dabei wird verlangt, dass sämtliche Unterlagen offen präsentiert werden und Betroffene ihre Anregungen und Kritik direkt einbringen können.

"Die Neugestaltung eines zentralen Grün- und Aufenthaltsraums im urbanen Breitensee darf nicht über die Köpfe der Anrainerinnen und Anrainer sowie der örtlichen Geschäftsleute hinweg erfolgen. Gerade bei einem Projekt, das den öffentlichen Raum nachhaltig verändert und mit erheblichen Kosten verbunden ist, sind vollständige Transparenz und echte Mitsprache für alle unerlässlich. Bürgerbeteiligung darf nicht bei einer einmaligen Planpräsentation enden. Ein nachvollziehbarer Planungsprozess braucht öffentlich zugängliche Unterlagen, eine offene und ehrliche Diskussion über Kosten, Nutzen und mögliche Auswirkungen sowie die konkrete Möglichkeit für alle Betroffenen, Wünsche, Anregungen und Verbesserungen einzubringen. Dazu gehört auch, dass die Bevölkerung die Möglichkeit haben muss, sich gegen eine Neugestaltung auszusprechen. Das wäre gelebte und ernst gemeinte Bürgerbeteiligung", erklärt ÖVP-Klubobmann DI Andreas Eisenbock, der das fraktionsübergreifende Begehren einer Bürgerversammlung initiiert hat.

Weitere Stimmen

"Viele Menschen haben erst spät oder gar nicht erfahren, was vor ihrer Haustüre geplant ist. Das ist bei einem Projekt dieser Größenordnung nicht akzeptabel. Wir wollen, dass die Bevölkerung Klarheit über die baulichen Maßnahmen, die Folgen für das Umfeld und die Kosten erhält – und dass ihre Kritik nicht nur angehört, sondern ernst genommen wird", so FPÖ-Klubobmann Mag. Bernhard Loibl.

"Natürlich begrüßen wir, dass die Umgestaltung nun tatsächlich in Angriff genommen wird. Mehr Grün bedeutet nicht nur mehr Aufenthaltsqualität, sondern auch mehr Schatten und mehr Abkühlung an heißen Tagen. Allerdings befindet sich der Bezirk nach wie vor in einer budgetär schwierigen Lage, die berücksichtigt werden muss. 1,7 Millionen Euro sind eine Menge Geld, damit könnte man den Park beinahe abreißen und durch einen neuen ersetzen. Wenn so eine Summe ausgegeben werden soll, ist vollständige Transparenz und eine nachvollziehbare Kostenaufstellung unerlässlich", ergänzt Birgit Breitenlacher, Klubobfrau der NEOS in Penzing.

"Ich arbeite und wohne gleich neben dem H.-C.-Artmann-Park. Mir macht Sorge, dass im Rahmen der Umgestaltung der 30 Jahre alte Baumbestand wegfallen soll, ebenso wie die Straße vor unserem Haus. Soweit ich weiß, wird der Park bis zur Hausmauer erweitert und mit Parkbänken versehen. Dabei sind wir Bewohner schon jetzt oft bis 24 Uhr mit Lärm konfrontiert und befürchten, dass es dann nur noch lauter wird. Wenn diese Straße wegfällt, wird außerdem die Kienmayergasse deutlich stärker befahren, weil sie dann eine noch wichtigere Verbindung sowohl zur Hütteldorfer Straße als auch zur Breitenseer Straße darstellt. Was mich wundert ist, dass es hierzu gar kein verkehrstechnisches Gutachten gibt. Auf meine Anfrage an die Bezirksvorsteherin habe ich außerdem erfahren, dass der Basketballplatz im Park mit einer Flutlichtanlage ausgestattet werden soll, wodurch wohl auch im Winter bis in die Nacht hinein gespielt wird. Ich hätte mir im Vorfeld deutlich mehr Informationen gewünscht, und dass wir Anrainer ein Mitspracherecht zur Umgestaltung des Parks gehabt hätten - immerhin kostet diese knapp zwei Millionen Euro, soweit ich weiß", betont Anrainerin Nina Hofmann von der Firma Rössner & Miel gegenüber oe24.

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