Tschetschenen-Boss

Putins Bluthund ist todkrank

TSENTEROI, CHECHNYA, RUSSIA - NOVEMBER 2005: Ramzan Kadyrov proudly displays his shooting skills at a firing range in his village of Tsentoroi in front of members of his private army. Officially his army are known as the anti-terrorism squad, but everyone refers to its soldiers as Kadyrovtsy - "Kadyrov's guys". Ramzan was born 5 October 1976 in Tsenteroi, Chechnya, and was made Prime Minister of Chechnya in the beginning of March 2006 and leader of a powerful Chechen militia known as kadyrovtsy. He is the son of former Chechen President Akhmad Kadyrov, who was assassinated in May 2004. He has the backing of Russian President Vladimir Putin, and was awarded the Hero of Russia medal, the highest honorary title of the Russian Federation. As the head of the Chechen Presidential Security Service, Kadyrov has often been accused of being brutal, ruthless and antidemocratic; according to media and human rights groups, he was personally implicated in several instances of torture and murder. It is also rumoured that he owns a private prison in his stronghold village of Tsenteroi, where he uses inmates as a punching bags. Kadyrov is known for keeping a pet lion cub, given to him as a gift after the birth of his first son, as well as a tiger and a number of a fighting dogs, and also used to own a wolf and a bear. He has only a few classes of elementary education finished; despite his lack of education, Kadyrov is a honorary member of the Russian Academy of Sciences. (Photo by Kadyrov Press Office/Getty Images)
© Getty Images
Tschetscheniens Herrscher Ramsan Kadyrow ist laut Berichten todkrank. Für Putin droht ein Chaos.
OE24 auf Google bevorzugen

Der tschetschenische Machthaber soll schwer krank sein, was für Russlands Präsidenten Wladimir Putin ein massives und ungewolltes Problem schafft.

MOSCOW, RUSSIA - SEPTEMBER 23: (RUSSIA OUT) Russian President Vladimir Putin (L) greets Head of Chechnya Ramzan Kadyrov (R) during his meeting with newly elected governors at the Kremlin on September, 23, 2016 in Moscow, Russia. Putin has received new governors who won their elections held last Sunday. (Photo by Mikhail Svetlov/Getty Images)
© Getty Images

Für den langjährigen Statthalter im Kaukasus gibt es nämlich bislang absolut keinen geeigneten Nachfolger. Der Staatschef selbst favorisiert wohl seinen eigenen Sohn Adam für das Amt. Dieser ist allerdings erst 18 Jahre alt und damit eigentlich noch viel zu jung für eine geregelte Machtübernahme, da laut der Verfassung der Teilrepublik ein Mindestalter von 30 Jahren vorgeschrieben ist. Das hielt das tschetschenische Oberhaupt Ramsan Kadyrow jedoch keineswegs davon ab, seinen Sprössling zum Kopf des nationalen Sicherheitsrates zu ernennen. Auch dessen Schwestern bekamen bereits wichtige Posten in der Regierung dieses Staates im Staate zugeteilt.

MOSCOW, RUSSIA - JANUARY 29: Ramzan Kadyrov, Head of the Chechen Republic, is seen ahead of a meeting between Russian President Vladimir Putin and President of the United Arab Emirates, Mohammed bin Zayed Al Nahyan in the Russian capital, Moscow on January 29, 2026. (Photo by Sefa Karacan/Anadolu via Getty Images)
© Anadolu via Getty Images

Kadyrows Erben stehen bereit

Experten sehen diese personellen Schachzüge als klaren Versuch, die Nachfolge eigenständig im Sinne der Familie zu regeln. Zudem soll der Herrscher gezielt Hochzeiten seiner eigenen Kinder mit einflussreichen Clanfamilien in der Kaukasusrepublik arrangiert haben, um seine Macht nachhaltig abzusichern. Das könnte auch bitter nötig sein, denn die Anzeichen für seine schweren gesundheitlichen Probleme verdichten sich zunehmend. Er tritt immer seltener in der Öffentlichkeit auf. Im vergangenen Dezember berichtete die russische Oppositionszeitung "Nowaja Gaseta", dass der tschetschenische Führer in eine Klinik nach Moskau eingeliefert worden sei. Der ukrainische Geheimdienst vermeldete kurz darauf sogar, dass die Nieren des Machthabers komplett versagt hätten.

Viele Feinde für Kadyrow

In seiner bereits 22 Jahre währenden, harten Herrschaft hat sich Ramsan Kadyrow extrem viele Feinde gemacht, wie der US-Journalist Christian Caryl im Magazin "Foreign Policy" erklärt. In der clanbasierten Gesellschaft des Kaukasus würden demnach viele Rivalen nur darauf warten, endlich Rache zu nehmen. Ein neuer, offener Konflikt in Tschetschenien wäre für Putins Herrschaft im Kreml ein absolutes Worst-Case-Szenario. Moskau benötigt den harten Mann in Grosny dringend, da er aus russischer Sicht eine relative Stabilität garantiert. Im Gegenzug gewährt der Kreml ihm enorme Freiheiten, die kein anderer Regionalführer in Russland besitzt: eine eigene Polizei, eine nur auf ihn eingeschworene Privatarmee sowie eigene Gesetze. So ist im muslimischen Tschetschenien sogar die Vielehe erlaubt, obwohl Putin sonst ein rein christliches Bild Russlands vermittelt. Dafür erledigt der Verbündete treu die Drecksarbeit für den Kreml.

MOSCOW, RUSSIA - JANUARY 29: Ramzan Kadyrov, Head of the Chechen Republic, is seen ahead of 'a 'meeting between Russian President Vladimir Putin and President of the United Arab Emirates, Mohammed bin Zayed Al Nahyan in the Russian capital, Moscow on January 29, 2026. (Photo by Sefa Karacan/Anadolu via Getty Images)
© Anadolu via Getty Images

Ukraine nutzt Kadyrows Schwäche

Doch auch Russlands andauernder Krieg gegen die Ukraine könnte die schwelenden Probleme in der Kaukasus-Republik jetzt wieder völlig offen ausbrechen lassen. Die Ukraine zeigt mit ihren Angriffen auf Moskau, St. Petersburg und massiven Schlägen gegen das russische Militär deutlich, dass Putins Streitmacht verwundbar ist. Zudem unterstützt Kiew gezielt jene tschetschenischen Kräfte, die sich aktiv für eine vollständige Unabhängigkeit von Russland einsetzen. Die ukrainische Führung würde einen bewaffneten Konflikt in der Region begrüßen, um Russland von innen heraus zu destabilisieren. Es besteht die große Hoffnung, dass Putin, der seine Präsidentschaft einst mit einem erneuten Krieg gegen die abtrünnige Kaukasus-Republik begann, seine Macht über einen neuen Tschetschenien-Krieg endgültig verliert.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden