Swingerparty

Sex-Orgie im Rathaus: Jetzt spricht der Veranstalter

© Pressefoto / Julien Ferrat
Was als politischer Stammtisch geplant war, endete laut Stadtrat Julien Ferrat mit einer ungewöhnlichen Party. Nun erzählt der Lokalpolitiker, was am Abend im Mannheimer Rathaus passiert sein soll.
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Eigentlich sollte am 28. August ein "kommunalpolitischer Stammtisch" im Mannheimer Rathaus stattfinden. Doch Julien Ferrat von der Wählervereinigung "Die Mannheimer" machte daraus kurzerhand eine politische Protestaktion mit ungewöhnlichem Programm.

"Das war einfach die pragmatischste Lösung", erklärt der 35-Jährige. Der Raum sei bereits genehmigt gewesen, habe die passende Größe gehabt und die meisten Interessierten hätten an diesem Tag Zeit gehabt.

Ferrat hätte die Veranstaltung allerdings gerne noch größer aufgezogen. "Am liebsten wäre mir gewesen, die Swingerparty mit einem großen Artikel im Amtsblatt und auch auf Joyclub zu bewerben", sagt der Stadtrat. Die Stadtverwaltung habe dabei jedoch nicht besonders kooperativ gewirkt.

Neun Gäste und eine Stunde Sex

Nach Ferrats Angaben kamen insgesamt neun Personen ins Rathaus: sieben Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 28 und 55 Jahren.

Die Teilnehmer seien überwiegend heterosexuell gewesen, einige hätten sich als bisexuell oder bi-neugierig bezeichnet. Zwei Männer hätten lediglich zugesehen, während sich die übrigen Teilnehmer aktiv an der Veranstaltung beteiligt hätten.

Für die Party wurde laut Ferrat ein Raum im Rathaus für drei Stunden gemietet. Die eigentliche Swingerparty habe davon etwa eine Stunde gedauert.

"Schönste Veranstaltung im Rathaus"

Mit dem Ergebnis zeigt sich Ferrat zufrieden. Er bezeichnet die Veranstaltung als "kleine, aber feine Swingerparty" und sagt: "Es war die schönste Veranstaltung im Rathaus, an der ich jemals teilgenommen habe."

© Getty Images/iStockphoto

Besonders bemerkenswert findet der Politiker, dass auch ein weiterer Mannheimer Politiker dabei gewesen sein soll. Ferrat zufolge nahm ein Bezirksbeirat teil, der bereits im vergangenen Jahr mit ihm nach Cap d’Agde gereist war.

Protest für ein Swinger-Dorf

Hinter der ungewöhnlichen Aktion steckt laut Ferrat ein politisches Anliegen. Unter dem Motto "Ein FKK-Swinger-Paradies für Mannheim" wirbt er seit Längerem für ein FKK- und Swinger-Dorf nach dem Vorbild des französischen Urlaubsortes Cap d’Agde.

Mannheim könnte sich seiner Vorstellung nach als "kleine Schwester" von Cap d’Agde positionieren. Durch FKK- und Swinger-Tourismus seien zudem Millioneneinnahmen für die Stadtkasse möglich, argumentiert der Stadtrat.

Und auch für die Kritik an der Rathaus-Party hat Ferrat eine klare Antwort: "Wenn jemand die Veranstaltung kritisiert, dann nur weil er oder sie im Nachhinein bereut, nicht dabei gewesen zu sein."

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