Die Nase läuft, der Hals kratzt und und schon ist die Erkältung da. Doch Vorsicht: Selbst wenn die Symptome längst nachlassen, kann man andere noch anstecken. Wie lange die Gefahr wirklich besteht, wann man wieder bedenkenlos unter Menschen gehen kann und warum viele die Ansteckungsgefahr unterschätzen.
Ansteckend, bevor man es merkt
Das Tückischste an einer Erkältung ist ihr Vorlauf. Die sogenannte Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen dem Einfangen der Viren und den ersten fühlbaren Beschwerden, fällt oft extrem kurz aus und kann lediglich zwölf Stunden bis wenige Tage betragen.
Der Haken an der Sache: Du bist bereits 1 bis 2 Tage ansteckend, bevor sich das erste Halskratzen, die laufende Nase oder der schwere Kopf überhaupt bemerkbar machen. Du fühlst dich vielleicht noch topfit, verteilst aber unbemerkt schon munter Erkältungsviren an dein Umfeld.
Gefahr für dein Umfeld
Bricht die Erkältung dann richtig aus, beginnt die kritischste Zeit. Die höchste Ansteckungsgefahr besteht in den ersten 3 bis 4 Tagen nach Beginn der Symptome. In dieser Akutphase, in der du dich meist am schlechtesten und schlappsten fühlst, läuft die Virenverbreitung auf Hochtouren.
Durch das ständige Niesen und Husten werden die Übeltäter (häufig sogenannte Rhino- oder Adenoviren) als feine Tröpfchenwolke mit bis zu 150 km/h in die Umgebung katapultiert. Auch über Hände und kontaminierte Oberflächen wie Türklinken oder Computermäuse (Schmierinfektion) reisen die Erreger dann gerne weiter zum nächsten Wirt.
Ab wann darf ich wieder unter Menschen?
Experten gehen davon aus, dass Betroffene nach den ersten Krankheitszeichen noch für etwa 5 bis 7 Tage (also rund eine Woche) hochansteckend bleiben. Die Faustregel lautet: Wenn du dich wieder fit fühlst, das ständige Naseputzen aufhört und du (falls zutreffend) komplett fieberfrei bist, ist die Ansteckungsgefahr so gut wie gebannt. Ein hartnäckiger, trockener Resthusten kann zwar im Einzelfall noch etwas länger anhalten, dieser ist in der Regel aber nicht mehr ansteckend.
So schützt du dich und andere
Damit aus einem kleinen Schnupfen keine firmenweite Mini-Pandemie wird, helfen diese einfachen Regeln:
- Bitte nicht in die hohle Hand niesen. Die Ellenbeuge oder ein Papiertaschentuch, das direkt nach der Benutzung im Müll landet, sind die besten Viren-Fänger.
- Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife senkt das Ansteckungsrisiko, besonders, nachdem man in der Öffentlichkeit (Bus, Supermarkt) unterwegs war.
- Regelmäßiges Stoßlüften tauscht verbrauchte Raumluft gegen frischen Sauerstoff aus und verringert die Virenlast in geschlossenen Räumen.
Wer krank ist, sollte falsches Heldentum im Büro oder auf der Geburtstagsparty dringend vermeiden. Bleib lieber ein paar Tage zu Hause auf der Couch, kuriere dich richtig aus und schone dein Umfeld.
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